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Gewonnen
Leser des Generalanzeigers stechen ihren Spargel in Kremmen selbst

Wiebke Wollek / 24.04.2019, 19:39 Uhr - Aktualisiert 25.04.2019, 19:27
Kremmen ( ) Ambitioniert und flink zeigten sich die Gewinner der Leseraktion am Mittwochnachmittag auf dem Spargelfeld. Innerhalb von einer Dreiviertelstunde konnten einige unter ihnen bis zu zwei Kilogramm des edlen Gemüses in Tüten oder Körben verstauen.

"Ich freue mich schon auf Schnitzel und Spargel am Wochenende", erzählt Lothar Ehrlich. "Am zweiten Tag gibt es dann immer Spargelsuppe und Eierkuchen, da freut sich auch unsere Enkelin." Dass er an dieser besonderen Führung über den Spargelhof mit anschließender Selbsternte teilnehmen durfte, verdankt Lothar Ehrlich seiner Frau. "Sie hat mich heimlich per E-Mail angemeldet", berichtet der 79-Jährige. Als er mit zwei vollen Tüten in der Hand seinen Einsatz beendet, spricht er allen Arbeitern, die täglich viele Stunden – teils bei großer Hitze – Spargel stechen, seine Anerkennung aus. "Mitte der 70er-Jahre hatte meine Familie ein Stück Pachtland, da haben wir damals auch Spargel angebaut", erinnert sich der Hohen Neuendorfer zurück.

Selbst frischen Spargel zu stechen, dazu hatten am 24. April Leser des Generalanzeigers im Spargelhof Kremmen Gelegenheit. Dazu gab   es eine Führung und exklusive Informationen rund um das weiße Gold des Feldes.
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Spargelstechen mit Lesern in Kremmen

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Auch Ramona Spars ist mit der Aktion überrascht worden. "Eine Bekannte hat mich angemeldet, weil ich ein großer Spargelfan bin", erzählt die 55-Jährige, die vor zwei Jahren aus dem norddeutschen Wolgast nach Bötzow gezogen ist. Obwohl auch sie schon Erfahrung im Spargelstechen hat, konnte sie noch einiges dazulernen. "Ich hatte es nicht so schwierig in Erinnerung. Es ist gar nicht so leicht, mit dem Messer den richtigen Winkel zu treffen", sagt Ramona Spars.

Yule Zebe ist als Betriebsleiter auf dem Spargelhof Kremmen für alle Angelegenheiten rund um den Anbau und die Ernte verantwortlich. Er erklärt, worauf es beim Stechen ankommt. "Zunächst ist es wichtig, die Mutter an der Pflanze nicht zu verletzen", sagt der Fachmann. Mit den Fingern wird die Erde etwa zwei Zentimeter breit rund um die Spargelstange entfernt. Dann erfolgt ein einziger Stich mit dem Messer. "Im Idealfall ist die Stange etwa 27 Zentimeter lang", sagt Yule Zebe. Der Spargel wächst etwa sieben Zentimeter pro Tag. Die Pflanze selbst ist bei der Ernte jedoch schon zwei Jahre alt. Nachdem der Spargel in den Erntekorb gelegt wurde, muss das dabei entstandene Loch wieder mit der Kelle verschlossen werden.

Die längsten Spargelreihen in Kremmen sind 500 Meter lang. Die Dämme sind mit Folien abgedeckt. Die Felder können etwa zehn Jahre in Folge bewirtschaftet werden. Bis zu 600 Menschen sind in der Hochsaison auf dem Spargelhof und auf den Feldern beschäftigt. 1 000 Tonnen des edlen Gemüses, das es auch in der grünen Variante gibt, werden pro Jahr dort geerntet. Dass Besucher selbst Spargel stechen dürfen, wurde nur für die Leseraktion möglich gemacht. "Selbsternte bieten wir sonst nur bei Heidelbeeren an. Die lassen sich leicht pflücken", erklärt Yule Zebe. "Aber beim Spargel kann man viel kaputt machen. Da braucht man schon jemanden, der das kann."

Die Betreiber des Spargelhofs Kremmen bewirtschaften etwa 1 000 Hektar Land. Auf etwa 200 Hektar wird Spargel angebaut. Dieser wird direkt auf dem Hof verarbeitet und kann entweder für die Zubereitung zu Hause gekauft oder im Restaurant verspeist werden.

Yule Zebe führt die Gewinner der Leseraktion durch die verschiedenen Stationen, die Spargel bis dahin durchlaufen muss. Sie sehen, wie das Gemüse gewaschen, sortiert und anschließend im Kühlhaus gelagert wird. Dort herrschen Temperaturen von etwa fünf Grad Celsius. Zu kalt darf der Spargel nämlich auch nicht werden.

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