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Vermeintliches Opfer muss per Trage durch den Flur eines Seelower Neubaublocks transportiert werden. Hindernisse erschweren Aufgabe.

Feuerwehrübung
Störende Schuhschränke

Doris Steinkraus / 25.04.2019, 07:30 Uhr
Seelow (MOZ) Später Dienstagnachmittag kurz vor 17 Uhr. Bei einem Teil der Mitglieder der Seelower Feuerwehr rufen die Pieper zum Einsatz. Im Gerätehaus erfahren die Frauen und Männer von Stadtbrandmeister Candy Schmiedeke, dass es sich zum Glück nur um eine Übung handelt. Ziel ist ein Neubaublock der Seelower Wohnungsbaugesellschaft. Wiederholt hat die Sewoba an ihre Mieter appelliert, Flure frei zu halten, um im Notfall Feuerwehr- und Rettungskräften nicht zusätzliche Hindernisse in den Weg zu stellen. "Flure sind keine Mietsache", erklärt Sewoba-Geschäftsführer Hans Peter Thierfeld. "In den Mietverträgen ist klar formuliert, dass sie von jeglichen Hindernissen und Brandlasten frei zu halten sind." Daran würden sich leider nicht alle halten.

Bitte an Mieter um Mithilfe

An diesem Tag will die Feuerwehr testen, wie es wäre, müsste ein Bewohner per Trage aus einem oberen Stockwerk hinaus transportiert werden. "Dafür werden wir über die Leitstelle immer wieder angefordert", erklärt Candy Schmiedeke. Zwei Rettungssanitäter würden es mitunter eben nicht schaffen, vor allem schwergewichtige Personen zu transportieren.

Schon in der ersten Etage steht ein Schuhschrank vor der Tür, in der darüber liegenden gleich zwei nebeneinander, so wie auch im obersten Geschoss. Hans Peter Thierfeld klingelt überall dort, wo es die Mieter nicht ganz so genau mit der Flurordnung nehmen. Freundlich stellt er sich als Vermieter vor, erklärt, worum es geht und bittet, die Hindernisse zu beräumen. Nicht einer murrt. Alle wissen sofort nach Türöffnung, warum es geht. "Der kann da auch weg." "Kein Problem." "Ich weiß doch, dass das nicht gestattet ist" lauten die einsichtigen Antworten. "Wir wollen Sie als Vermieter nicht gängeln, es geht um Ihre Sicherheit", betont Thierfeld. Und lädt die Mieter ein mit zuzusehen, welchen Kraftakt Helfer im Notfall zu leisten haben.

Stefan Seel spielt das "Opfer". Mit seinen 71 kg gehört er zu den Leichtgewichten. Schon beim Vorbereiten zeigt sich die Brisanz. Die Flure sind 2,20 m breit, die Treppen einen Meter. Nur auf einem Zwischenabsatz können die Helfer ihr Opfer auf der Trage drapieren. Es ist so eng, dass die vier Tragestangen gar nicht voll ausgefahren werden können. Gerätewart Edmund Schulz schnallt Stefan Seel gut fest. Er sowie Sophie Seidel, Saskia Höhne und Niklas Henschke haben dann einige Mühe, die Trage durchs Treppenhaus zu bugsieren. Auf der Etage mit gleich zwei Schuhschränken kapitulieren die Helfer. Sie müssten die Trage noch fast einen Meter hoch hieven, um um die Ecke zu kommen. Die Mieter erleben live, warum in den Fluren wirklich nichts stehen soll. "Und auch nicht hängen, denn im Brandfall können so leicht zusätzliche Brandherde entstehen", erklärt Thierfeld.

Nach gut 40 Minuten ist die Übung beendet. Auch in Nachbaraufgängen haben die Feuerwehrleute so manches Schränkchen entdeckt. Stadtbrandmeister und Sewoba-Chef sind dennoch zufrieden. "Prävention ist immens wichtig. Solche Live-Aktionen wirken oft nachhaltiger als Appelle", sagt Schmiedeke. Und sichert weitere Übungen dieser Art zu. In einigen Wochen wird kontrolliert, ob die Mieter ihre Zusage eingehalten haben.

Bandschau

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