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Stadtumbau
Wohngebiet statt Brache

Kühne Vision: So kann die heutige Brache, das ehemalige Seelower SHT-Gelände, einmal aussehen. Rechts wird das Areal von der Frankfurter Straße begrenzt, links reicht es bis zur Handwerkersiedlung. Der Entwurf sieht viel Grün- und Freiflächen vor.
Kühne Vision: So kann die heutige Brache, das ehemalige Seelower SHT-Gelände, einmal aussehen. Rechts wird das Areal von der Frankfurter Straße begrenzt, links reicht es bis zur Handwerkersiedlung. Der Entwurf sieht viel Grün- und Freiflächen vor. © Foto: BSG
Doris Steinkraus / 25.04.2019, 18:54 Uhr - Aktualisiert 25.04.2019, 19:21
Seelow (MOZ) Mitten in der Kreisstadt existiert  eine riesige Brache – das ehemalige SHT-Gelände in der Frankfurter Straße. Im letzten Bauausschuss der zu Ende gehenden Wahlperiode stellte Annette Münchmeyer von der Brandenburgischen Stadterneuerungsgesellschaft (BSG) den ersten Entwurf für eine Entwicklungsstrategie vor. Sie enthält auch Vorhaben für angrenzende Bereiche wie die Brachfläche in der Hinterstraße oder den Garagenkomplex. Schwerpunkt bildet jedoch das einstige Betriebsareal, auf dem vermüllte Hallen stehen, Gebäude langsam zerfallen und das Unkraut meterhoch wächst.

Hoffen auf Förderung

Mit dem Strategiepapier will die BSG für Seelow beim Land den Weg ebnen, um in das Bund-Länder-Programm Stadtumbau Ost III aufgenommen zu werden. Den Antrag dafür hat Seelow bereits 2017 gestellt. Eine Fülle von Daten müssen beigebracht werden, um die Notwendigkeit für die Aufnahme ins Förderprogramm zu begründen. Annette Münchmeyer dankte der Seelower Wohnungsbaugesellschaft für die Unterstützung. Die BSG habe auch auf Daten diverser Konzepte der Stadt zurückgreifen können. Bis 2030 wird für Seelow mit einem Einwohnerverlust von 14 Prozent gegenüber 2017 gerechnet. Dies schließe den Bedarf an neuen Wohnungen nicht aus, betonte Münchmeyer. Denn der Anspruch ans Wohnen ändere sich. Zudem würden mehr Wohnungen für ältere Menschen gebraucht. Sie präsentierte vier Varianten für ein komplett neues Wohngebiet auf dem SHT-Areal. Die favorisierte sieht die Schaffung von 295 Wohnungen vor. Sowohl Geschosshäuser als auch Eigenheime sollen entstehen. Ehe es soweit ist, bedarf es aber einer Fülle von Vorbereitungen. Allein für die Altlastenbeseitigung werden Kosten in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro geschätzt. Für Erschließungskosten (Straßen, Zufahrten, Medien) werden 6,1 Millionen Euro veranschlagt. Ein Regenrückhaltebecken ist als Grün- und Freiraum vorgesehen.

Zwölf Jahre für Umsetzung

Insgesamt schätzt die Planerin bei der Vorzugsvariante Kosten von 12,5 Millionen Euro. Schafft es Seelow in das Förderprogramm, sollen daraus 9,5 Millionen Euro fließen. Das Bauen selbst würde sich in Schritten vollziehen. Ein Zeitraum von bis zu zwölf Jahren sei realistisch, so Annette Münchmeyer. Wobei das gesamte Papier keinen fertigen Plan darstelle, betonte sie. Es sei ein erster Entwurf, über den man auch noch mit den Bürgern diskutieren wolle.

"Es ist wichtig, Visionen zu haben", sagte Bürgermeister Jörg Schröder. Seelow sei die einzige Stadt in Brandenburg, die mehr Ein- als Auspendler habe. Mit attraktiven Wohnstandorten könne es gelingen, mehr junge Familien zu locken. Wolfgang Heinze (Linke) stimmte dem zu. Es zeige sich, dass es sich auszahlt, dass sich die Stadtverordneten seit Jahren mit langfristigen Strategien beschäftigen. Der Ausschussvorsitzende Klaus Richter (Linke) betonte, wie wichtig es sei, dass dieses bisher vernachlässigte Gebiet entwickelt wird.

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