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Naturschutz
Obstblütenfest mit Pflanzen-Börse

Simone Weber / 03.05.2019, 08:15 Uhr
Milow Was im vergangenen Herbst mit 2.400 Liter Saft endete, beginnt in einem weiteren Zyklus mit der Blüte. Die Apfelblüte feierten der NABU-Regionalverband Westhavelland und die hiesige Naturwachtmit einem gemeinsamen Obstblütenfest. Dieses fand auf der vom Naturparkzentrum betriebenen Streuobstwiese am Milower Ortrand statt.

Auf dem Fest ging es längst nicht nur um den entspannten Genuss von Kaffee und Kuchen unter blühenden Ostbäumen, sondern auch um Umwelt, Klima und Artenschutz. "Im vergangenen Herbst konnten wir 2.400 Liter Saft, vor allem Apfelsaft, von den Früchten der Bäume hier gewinnen. Davon sind nur noch 200 Liter in Flaschen abgefüllt erhältlich", erzählte NABU-Regionalverbands-Geschäftsführer René Riep. "Aber auch wir spürten das extrem trockene Wetter des letzten langen Rekordsommers. Wir hatten recht viele Früchte, aber sie waren einfach kleiner. Das fehlende Wasser und der noch in diesem Jahr zu geringe Grundwasserstand sind ein Problem."

Auch in diesem Jahr bewirkte das erneut frühe warme Wetter eine frühere Obstblüte. Neben verschiedenen Säfte, die in der Mostetei Ketzür gekeltert werden, bot NaturparkZentrum-Mitarbeiterin Gabriele Matthies weitere regionale Produkte an. Der Förderverein Schlosspark Plaue e.V. brachte Fruchtaufstriche mit. Zudem gab es zum zweiten Mal Löwenzahn-Aufstrich. Ganze 54 Gläschen kamen insgesamt von den auf der Streuobstwiese gesammelten Blüten zusammen. Der Aufstrich wird in der Lehrküche des Kooperationspartners, dem Institut für Kommunikation und Wirtschaftsbildung (IKW) gekocht. Neben den Obstblüten bietet auch der Löwenzahn eine ideale "Insekten-Tankstelle" für Bienen und Schmetterlinge.

Interessante Hinweise und Informationen konnten die zahlreichen Besucher vom Fest mitnehmen. Weil es aber durch eine Saatgut- und Pflanzenbörse aufgewertet war, kamen auch Gartenbesitzer auf ihre Kosten. Am seinem Stand bot Naturparkzentrum-Mitarbeiter Hans-Joachim König knapp 40 alte und in Form, Farbe, Größe und Geschmack verschiedene Sorten Tomatenpflanzen an. "Gemeinsam haben wir 240 Pflanzen für den Verkauf eingetopft", sagte Tino Wachowiak. Der NABU-Regionalverbands-Vorsitzende und Tomatenliebhaber züchtet seit einigen Jahren in seinem privaten Garten alte Sorten. Der Stand war ständig umringt. Neben dem kulinarischen Genuss tragen die Hobbygärtner so zum Erhalt der Sortenvielfalt bei. Zusätzlich gab es verschiedene Samen des VERN e.V. (Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg) und Pflanz-Kartoffeln schmackhafter Sorten wie "Linda", "Sieglinde" und die rot-fleischige, 2004 gezüchtete "Rote Emmalie" – allesamt waren sich "Kartoffel des Jahres": 2007, 2010 und 2018.

Die letzten Pflanzen, das sind Tomaten, Schlüsselblumen, Bärlauch und Pflanz-Kartoffeln, können zu den Öffnungszeiten im Naturparkzentrum, täglich außer mittwochs, 10.00 bis 17.00 Uhr, für den eigenen Garten erworben werden.

Am 21. September laden NABU und Naturwacht zum 11. Apfeltag auf die Streuobstwiese ein.

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