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Das Geld fließt oft in den Bau neuer Anlagen - und ins Futter

Märkische Zoos
Hunderte Tierpatenschaften ermöglichen Projekte

Der Löwe Smart im Eberswalder Zoo
Der Löwe Smart im Eberswalder Zoo © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
dpa / 18.05.2019, 11:22 Uhr
Potsdam (dpa) Brandenburgs Zoos nehmen jährlich tausende Euros aus Tierpatenschaften ein. Das Geld fließt zumeist in den Bau und die Erweiterung neuer Anlagen, wie eine Umfrage ergab.

"Wir konnten dadurch zum Beispiel unser neues Erdmännchengehege und unsere neue Meerschweinchenanlage bauen", sagte Michael Niesler, Leiter des Tierparks in Perleberg (Prignitz). Der dortige Förderverein des Parks erhält von den rund 100 Tierpaten knapp 15 000 Euro im Jahr an Spenden.

Eine neue Eichhörnchenanlage konnte auch durch Geld aus Tierpatenschaften im Tierpark Kunsterspring bei Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) gebaut werden. "Wir können jedes Jahr weitere Besucher für eine Tierpatenschaft begeistern", sagte Tierparkleiter Peter Manke. Über 100 seien es bereits. Zu den Paten gehörten neben Privatpersonen auch Firmen. "Zuletzt hat beispielsweise eine Firma Fuchs die Patenschaft über das Fuchsgehege übernommen", berichtet Peter Manke.

Neben dem finanziellen steht auch ein emotionaler Aspekt hinter den Patenschaften. "Die Leute zeigen so ihre Verbundenheit zur Heimat und zum Tierpark", sagt Michael Niesler. Deshalb biete sein Park in Perleberg auch jedes Jahr einen Tierpatentag an. Dann würden die Paten über das Gelände geführt und erhielten spezielle Informationen zu ihren Patentieren.

Einen solchen Patentag gibt es auch in Kunsterspring und im Cottbusser Zoo. "Das wird von den Paten sehr gut angenommen", berichtet die kaufmännische Leiterin des Zoos, Una Wistuba. Wer eine Tierpatenschaft ab 200 Euro jährlich abschließe, erhalte zudem noch eine Jahreskarte für den Zoo. Von dem Geld, das der Zoo direkt von seinen gut 150 Paten einnimmt, wird beispielsweise Futter oder Spielzeug für die Tiere gekauft.

Futtermittel und Tierarztkosten begleicht auch der Wildpark Frankfurt (Oder) unter anderem durch Spenden aus Tierpatenschaften. Rund 3500 Euro kommen dort jährlich durch die derzeit 40 Paten zusammen, wie Leiter Jochen Hanschel informierte.

Obwohl es dort einen privaten Träger gibt, ist der Wildpark in Frankfurt (Oder) wirtschaftlich nicht abhängig von den Spenden aus Tierpatenschaften. Ebenso die kommunalen Zoos in Cottbus, Neuruppin und Perleberg. "Es ist eher eine Form der Öffentlichkeitsarbeit und eine besondere Form von Kundenbindung", sagt Jochen Hanschel. Wichtig ist für die Zoos aber jede noch so kleine Zuwendung. "So können wir Projekte realisieren, die uns der kommunale Haushalt nicht erlauben würde", sagte Peter Manke.

Es gibt aber auch Einrichtungen in Brandenburg, die auf Tierpatenschaften verzichten, etwa der Zoo Eberswalde (Barnim). "Wir bieten keine Tierpatenschaften an", informierte Zoodirektor Bernd Hensch.

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