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Jubiläum
Wenn alle mitmachen, wird´s richtig gut!

Eva Loth / 19.05.2019, 08:00 Uhr
Reppinichen Reppinichen ist eines der kleineren Dörfer der Gemeinde Wiesenburg/Mark. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes findet sich in Unterlagen des Staatsarchives Weimar unter dem Namen Reppinken und stammt von 1419/1420. Das bedeutet, dass das Dorf in diesem Jahr 600. Geburtstag feiert.

Der soll natürlich gebührend begangen werden. Bereits im vergangenen Jahr trafen sich Einwohner, um erste Ideen zu schmieden. Schließlich soll das Jubiläum etwas Besonderes werden. An drei Tagen wird nun gefeiert, vom 21. bis zum 23. Juni. Die ersten Vorzeichen sind im Ort bereits zu sehen. Ein großes Schild weist auf die Festlichkeiten hin. Momentan zeigen Stiefmütterchen eine 600, bis zum Festwochenende werden diese durch Studentenblumen ausgetauscht.

Bei die Vorbereitungen ist das ganze Dorf involviert. Die Alten und die Jungen, die Zugezogenen und die Alteingesessenen. Wie Erich Kiep. Der 89-Jährige ist der Zweitälteste, der derzeit im Ort wohnt. Schon als junger Mann sang er im Männerchor des Dorfes. "Leider sind wir nicht mehr so viele", bedauert der Senior, "es kommt auch kein Nachwuchs mehr." Aber zur 600 Jahrfeier wird der Chor noch einmal auftreten und auch beim geplanten Festumzug dabei sein. Auch Claus Lothar gehört zu den "Alten". Die Schwiegereltern hatten eine Landwirtschaft und so steht derzeit auf dem Hof noch ein auseinandergebauter Ackerwagen. Diesen möchte er als Dekoration für das Dorf zur Verfügung stellen – er muss nur wieder zusammen gebaut werden. Claus Lothar ist auch ehemaliger Turner, denn früher gab es im Ort eine Sportgemeinschaft. Die wird natürlich auch beim Umzug präsentiert, Claus Lothar ist selbstverständlich dabei. Er erinnert gern an die damaligen Zeiten.

Marlies Müller-Hornemann gehört zu den Neubürgern des Ortes. Seit 2015 lebt sie in Reppinichen. Sie wollte dem Potsdamer Raum entfliehen, unbedingt aufs Land. Den gewünschten Vierseithof fand sie in Reppinichen. Inzwischen hat sie sich gut eingelebt und ist voll in die Dorfgemeinschaft integriert. Über das Dorf selbst hat sie von den Älteren erfahren, sich auch die Ortschronik ausgeliehen. Deshalb war es für Marlies Müller-Hornemann auch selbstverständlich, dass sie sich beim Fest einbringt. Sie hilft bei der Dekoration des Ortes. "Ich habe inzwischen bestimmt 20 Wimpelketten gebügelt", schmunzelt sie. Und es sind noch eine Menge übrig.

Corinna Otto hat die Liebe in den kleinen Ort verschlagen. Beim Umzug wird sie als Wasserträger in alten Kleidungsstücken dabei sein. Außerdem hat sie die Schilder für die neuen Milchbänke angefertigt. Auf dem Fest selbst steht sie gemeinsam mit Marlies Müller -Hornemann hinter dem Kuchenbüfett.

Brigitte Wolf ist seit 2014 in Reppinichen zu Hause und hat sich mit dem Umzug einen Kindheitstraum erfüllt – wenn auch recht spät. "Der Zusammenhalt ist einfach anders als in der Stadt", sagt sie. Es sei ruhiger und auch, wenn ihre Kinder immer sagen: ‚Mama, wenn ihr nicht mehr könnt, kommt ihr zu uns!’ – für Brigitte Wolf ist das keine Option. Sie hatte zum Jubiläum die verrückte Idee, Strohpuppen zu bauen. Im Internet wurde geschaut und Anleitungen gelesen. Aber so richtig wollte es anfangs nicht funktionieren. Die Puppen blieben nicht sitzen, rutschten immer wieder vom Stuhl. Schließlich hat ihr Ehemann eine Lösung gefunden. Die Strohpuppen sollen verschiedene Bänke im Ort zieren. Gemeinsam mit Sybille Heinrich und Angela Stölzel geht es nun an die letzten Feinheiten.

Jetzt geht es für alle in die heiße Phase der Vorbereitungen. Schließlich sind es nur noch wenige Wochen bis zum Jubiläum.

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