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Seit Montag wird der große Teich hinter dem Schloss Neuhardenberg von Algen befreit – auch für die Neuhardenberg-Nacht am 1. Juni.

Gewässerschutz
Putzaktion mit Seil und Harke

Mit dem Seil: Das Team um Chef-Gärtner Uwe Klamandt (2.v l.) hat am Montag begonnen, den großen Teich hinter dem Schloss Neuhardenberg von Algen zu befreien. Die Arbeiten dauern noch vier Tage an und finden in Vorbereitung der Neuhardenberg-Nacht (1. Juni) statt. Da wird im Teich ein großes Riesenrad aufgebaut, wo Künstler der Compagnie Louxor ihre Akrobatik vorführen.
Mit dem Seil: Das Team um Chef-Gärtner Uwe Klamandt (2.v l.) hat am Montag begonnen, den großen Teich hinter dem Schloss Neuhardenberg von Algen zu befreien. Die Arbeiten dauern noch vier Tage an und finden in Vorbereitung der Neuhardenberg-Nacht (1. Juni) statt. Da wird im Teich ein großes Riesenrad aufgebaut, wo Künstler der Compagnie Louxor ihre Akrobatik vorführen. © Foto: Cornelia Link-Adam
Cornelia Link-Adam / 21.05.2019, 10:15 Uhr
Neuhardenberg (MOZ) Mit vereinten Kräften waten die Gärtner des Schlosses Neuhardenberg durch den großen Teich direkt hinter dem Hauptgebäude. Ein mehrere Meter langes Seil halten sie in Händen. Das sieht man vom Ufer aus nicht, wird es doch tief unter Wasser gedrückt. "Gebt Gas", ruft Chef-Gärtner Uwe Klamandt seinen Kollegen in den beiden Multicars zu, die nun in Richtung Schloss fahren. Der Kreis des Seils unter Wasser wird immer enger, schneidet die Algen am Boden ab. Die fünf Gärtner, unterstützt durch Lehrlinge und Aushilfen, nähern sich dem Ufer. Eine dicke Wulst an Algen hängt am Seil. Dieses wird sauber gemacht. Wenig später stehen die Fachleute schon wieder verteilt im Teich im Wasser und holen mit Harken weitere Algen aus dem Gewässer. "Die kleine krisselige Tausendblatt-Alge wird immer mehr verdrängt durch die großblättrigen Sorten", erklärt Gärtner-Chef Uwe Klamandt und ruft sein Team zur nächsten Seil-Runde.

Jährliche Säuberungsaktion

Die Putzaktion am großen Schlossteich findet jährlich statt. Im hinteren Bereich des Parks wurden schon vergangenes Jahr die Teiche von Moos und Schilf befreit, der kleine Teich linkerhand erst vor vier Wochen. Regelmäßig müsse man die Algen aus dem Wasser holen, weil sie schnell wachsen, erklärt der Gärtner. Der große Teich mit gut einem halben Hektar Fläche – die Wassertiefe beträgt gerade mal 70 Zentimeter – ist voll mit Algen. Sein Wasser erhält er durch eine Zisterne, aber auch Regenwasser von Dächern und Wegen. Dabei werden viele Nährstoffe mit in den Teich eingebracht, die das Wachstum von Algen begünstigen. Würde man diese nicht herausholen, entziehen sie bei der Zersetzung der Pflanzen dem Gewässer zu viel Sauerstoff. Der Teich könnte anfangen zu stinken, zu faulen - im Volksmund auch umkippen genannt.

Die Berge an Schlick der Algen werden nun getrocknet. Das nährstoffreiche Material kommt auf den Kompost. "13, 14 Muliticar-Ladungen werden das sicher. So kommen rund 30 Kubikmeter Algen zusammen", überschlägt Uwe Klamandt mit Blick auf den immer noch gut mit Pflanzen gefüllten Teich. Auf dem Kompost werde das Material, dass sich ohne Wasser hart zusammenpresst, sicher noch ewig liegen. "Das dauert Jahre, bis es verrottet, aber dann hat man guten Boden", weiß der Gärtner aus Erfahrung zu berichten.

Immerhin hat er die Gewässerschutz-Aktion schon mehrfach mitgemacht. Schon von 1999 bis 2002, als der Park umgebaut wurde, war er baulich mit dabei. Seit Sommer 2003 ist er nun der Chef-Gärtner auf dem Areal. Und kennt auch die Bewohner des Parks. "Passt auf, dass euch der Bisam nicht beißt", ruft er seinen Wasser-Arbeitern zu. Ebenso gebe es Hechte im Teich, denen mal besser nicht ins Maul greifen soll. Gut, dass alle Gummihosen anhaben, mag sich mancher da denken. Klamandt berichtet aber auch noch von weiteren Fischen im Teich wie Karauschen, Barsche, auch Rotfedern. Eingesetzt wurden auch schon Schleie. Und im anderen Teich halten sich Graskarpfen gut. "Die haben wir hier auch schon probiert einzusetzen, um die Algen wegzufressen. Doch sie sind leider im großen Teich alle krank geworden und eingegangen." Wenn man Glück habe, könne man im Park auch die beiden Gelbwangen-Schildkröten antreffen. "Die liegen bei gutem Wetter gern mal auf der Insel und sonnen sich."

Riesenrad im Teich

Die Säuberung des großen Teiches zu diesem Zeitpunkt hat aber auch noch einen besonderen Grund. Sie findet in Vorbereitung auf die Neuhardenberg-Nacht statt, die wieder am 1. Juni auf dem weitläufigen Gelände des klassizistischen Schlosses stattfindet. Da sollen sich die vielen Besucher natürlich in der sauberen Wasseroberfläche spiegeln können. "Und eine der Attraktionen, das Riesenrad der Compagnie Louxor wird im Wasser stattfinden", fügt Schloss-Pressesprecherin Susanne Kumar-Sinner an. Die Akrobaten vollführen ihre Kunststücke dann vom Teich aus.

Stört das Spektakel nicht die Fische? Werden sie vorher herausgeholt? Beides verneint der Gärtner. Das Riesenrad werde auf einem Ponton der der Insel aufgebaut und verankert. "Die Fische verziehen sich dann in andere Ecken des Teichs und halten eine Nacht Lärm auch mal gut aus."

Neuhardenberg-Nacht am 1. Juni

Zum 17. Mal  findet auf dem Areal des Schlosses die Neuhardenberg-Nacht statt. Ab 18 Uhr ist die Gastro-Meile eröffnet, ab 18.30 Uhr zeigen Künstler ihr schwebend-leichtes Spiel, gibt es Tanz, bewegende Musik, auch Jonglage. Die beliebten Riesen sind unterwegs, die Compagnie Louxor erweckt mit ihrem schwimmenden Riesenrad die Faszination der Jahrmärkte der 1920er Jahre zum Leben und zum Abschluss des Abends folgt das zum Klassiker gewordene Feuerwerk. Der Eintritt ist frei. 10 000 Besucher werden erwartet. Parkplätze am Schloss sind knapp, Autos sollten daher auf den Flugplatz abgestellt werden.  ⇥co

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