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Der Kreistag von Märkisch-Oderland diskutierte erneut über die Gestaltung der Gedenkfeiern zum 75. Jahrestag der Befreiung im kommenden Jahr.

Würdigung
Das Kreuz mit dem Gedenken

Das Panzerdenkmal in Kienitz: Unter anderem hier wird im kommenden Jahr an den 75. Jahrestag der Schlacht um die Seelower Höhen erinnert.
Das Panzerdenkmal in Kienitz: Unter anderem hier wird im kommenden Jahr an den 75. Jahrestag der Schlacht um die Seelower Höhen erinnert. © Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 22.05.2019, 10:00 Uhr - Aktualisiert 22.05.2019, 10:18
Seelow (MOZ) Im Anliegen waren sich alle Fraktionen des Kreistages einig: Märkisch-Oderland wird 2020  würdig den 75. Jahrestages der Schlacht um die Seelower Höhen begehen.

Landrat Gernot Schmidt hatte zur letzten Beratung der laufenden Wahlperiode eine Vorlage eingebracht, um sich politische Rückendeckung für die Vorbereitungen einzuholen. Denn es sei zum Teil ein langer Vorlauf nötig, wenn er nur an die russischen Partner denke, erklärte Schmidt. Die Diskussion entspann sich – wie schon im Kreisausschuss – am Sachverhalt. Der ist gar nicht Bestandteil von Beschlüssen. Linken-Fraktionschef Uwe Salzwedel gingen jedoch die darin aufgeführten Vorschläge zu weit. Man müsse dazu erst beraten und sollte dies der zu bildenden Arbeitsgruppe überlassen. Der Landrat machte deutlich, dass er keine Debatte will. Man könne über alles sachlich und ruhig in der Arbeitsgruppe reden. "Auch über weitere Vorschläge, die durch die Fraktionen gern eingebracht werden können", sagte er.

Einige Dinge sehe er jedoch als gesetzt. So habe sich die Gemeinde Letschin an ihn gewandt. 2020 begeht die Gemeinde im Ortsteil Kienitz bereits am 31. Januar den 75. Jahrestag der Bildung des ersten Brückenkopfes der Roten Armee über die Oder. Seit Jahrzehnten erinnert ein Panzer mitten im Dorf an dieses Ereignis. Die Gemeinde plane neben den Kranzniederlegungen an den Denkmalen auch einen Friedensdialog mit den Botschaftern der damaligen Alliierten. Der Kreis wolle und werde sich in der Vorbereitung einbringen. Dies ist ein Punkt der Sachdarstellung. Ein zweiter ist der gesetzte 16. April 2020, dem historischen Datum der Schlacht um die Seelower Höhen.  An der Gedenkfeier werde man nicht rütteln, machte Schmidt deutlich.

Als dritten Höhepunkt soll es ein Open Air Symphonie-Konzert an der Gedenkstätte geben. Schon im Kreisausschuss hatten die Linken gefordert, dafür nicht Anfang Mai, sondern dann den 8. Mai, den offiziellen Tag der Befreiung festzulegen. Das aber könne man noch nicht, da letztlich der Tag überall begangen wird und gewünschte Klangkörper möglicherweise dann nicht zur Verfügung stehen, betonte der Landrat. Ein Knackpunkt dürfte allerdings das ebenfalls als vierter Punkt in der Sachdarstellung aufgeführte Gedenkkreuz sein. Dabei handelt es sich nicht um eine neue Idee, sondern schon um einen sehr festen Vorsatz. Bereits 2015 hatte es in der Kreisstadt hitzige Debatten dazu gegeben. Die Linken sehen im Kreuz, das mehrere Meter groß werden soll, eine einseitige religiöse Orientierung. Die Seelower Stadtverordneten hatten 2015 ein solches Gedenkkreuz, das im Bereich der Ortsumgehung Richtung Manschnow stehen sollte, abgelehnt. Da der Kreis dort nicht über Fläche verfügt, wurde der Standort verlegt – im Bereich der Kreuzung beider Ortsumgehungen B 1/B 167. Dafür hat der Kreis selbst schon einen Bauantrag gestellt. Seit dem war das Thema in der Versenkung verschwunden, soll nun anlässlich der Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der größten Schlacht des Zweiten Weltkrieges auf deutschem Boden aber wieder aktuell werden.

Arbeitsgruppe koordiniert Feiern

Der Vorschlag geht auf den langjährigen Umbetter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Erwin Kowalke aus Buckow, zurück. Er wirbt seit Jahren für ein riesiges Gedenkkreuz, weil das gesamte Oderbruch bis heute ein riesengroßer Friedhof sei, in dem noch immer Tausende Gefallene unerkannt in der Erde liegen, so seine Argumentation. Gernot Schmidt ist auch Vorsitzender des Kreisverbandes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und teilt die Vorstellungen vorn Erwin Kowalke. Letztlich wurde der Beschluss bei einer Gegenstimme und sechs Enthaltung gefasst – auch mit Stimmen aus der Linke-Fraktion. Zum Beschluss gehört die Festlegung, dass in der Arbeitsgruppe aus jeder Fraktion ein Vertreter mitwirkt und das bis Ende Oktober dem Kreistag Ergebnisse vorgelegt werden.

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