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Neben Greiffenberg ist plötzlich auch ein Grundstück in Prenzlau als Sterbeort für schwer kranke Menschen in der Diskussion.

Gründung
Wettbewerb um Hospiz in der Uckermark

Architekturstudenten aus Hannover haben Modelle entworfen: Im Mittelpunkt stehen Pfarrhaus und Samaritergarten in Greiffenberg. Hier soll das erste stationäre Hospiz der Uckermark entstehen. Doch auch in Prenzlau gibt es offenbar Initiativen zu einer solchen Gründung. Dem Hospizverein wurde ein Grundstück angeboten.
Architekturstudenten aus Hannover haben Modelle entworfen: Im Mittelpunkt stehen Pfarrhaus und Samaritergarten in Greiffenberg. Hier soll das erste stationäre Hospiz der Uckermark entstehen. Doch auch in Prenzlau gibt es offenbar Initiativen zu einer solchen Gründung. Dem Hospizverein wurde ein Grundstück angeboten. © Foto: Oliver Schwers
Oliver Schwers / 24.05.2019, 06:15 Uhr - Aktualisiert 24.05.2019, 11:45
Greiffenberg (MOZ) Es mutet kurios an: Erst scheint es jahrelang keine Möglichkeit zu geben, ein stationäres Hospiz in der Uckermark zu errichten.

Plötzlich sind gleich zwei Standorte im Gespräch. Darüber informiert der Uckermärkische Hospizverein. Zunächst hatte der Palliativmediziner Dr. Moritz Peill-Meininghaus im Februar gemeinsam mit Architekturstudenten sein Projekt rund um das Pfarrhaus mit Samaritergarten in Greiffenberg vorgestellt. Die Entwürfe sorgten für Aufsehen. Unterstützung von allen Seiten und aus der Bevölkerung folgten noch bei der Präsentation im Rathaus.

Nun ist aber auch dem 2006 gegründeten Uckermärkischen Hospizverein, der vor allem die ambulante Hospizarbeit voranbringen will, "durch fast wundersame Fügung" ein Grundstück in Prenzlau angeboten worden, heißt es vom Vorstand. Das Objekt sei trotz optimaler Lage wegen baulicher Faktoren aber eher unwirtschaftlich für infrage kommende Träger. Doch das Thema trifft offenbar in Prenzlau auf offene Ohren. Es sei größtmögliche Unterstützung zugesagt, informiert der Hospizverein. Demnach hätten sich auch in der Region Prenzlau und Templin große Träger dieser Aufgabe angenommen und eigene Möglichkeiten geprüft.

Komplizierte Genehmigungen

Ursprünglich soll es den Plan gegeben haben, das Eberswalder Hospiz am Drachenkopf für die Landkreise Barnim und Uckermark einzurichten. Doch die Bettenzahl dort würde nicht ausreichen. Viel mehr Menschen hätten den Wunsch, die letzte Lebenszeit in einem Hospiz zu verbringen, wenn die Möglichkeiten zu Hause erschöpft seien. Entscheidend bei der Standortwahl sind die Krankenkassen. Sie zahlen zwar 95 Prozent der Kostensätze bei stationärem Betrieb. Jedoch müssen Bau und Anlauffinanzierung aus eigener Tasche kommen. Da fallen schnell größere Summen an, um die baulichen Herausforderungen zu meistern. "Fast hat es den Anschein, als ob nun die Entstehung eines Hospizes davon abhängt, welche Initiative als erste alle nötigen formalen und finanziellen Voraussetzungen erfüllt, um die Genehmigung durch die Krankenkassen zu erwirken", so der Uckermärkische Hospizverein. "Wir hoffen, dass bei der Entscheidung um den Standort die gesamte Uckermark mit ihren Bürgern berücksichtigt wird, denn bisher ist der größte Hinderungsgrund, in ein Hospiz zu gehen, die Entfernung und die Erreichbarkeit für Besucher."

Die evangelische Kirche als Eigentümerin des Greiffenberger Pfarrhauses unterstützt ein Hospiz an dieser Stelle. "Ich glaube, dass wir auf einem sehr guten Weg sind und begrüße es außerordentlich, wenn die nächsten sichtbaren Schritte gemacht werden", so Pfarrer Uwe Eisentraut. Nach Angaben von Dr. Moritz Peill-Meininghaus seien derzeit die Verhandlungen für den Standort Greiffenberg kurz vor  Abschluss.

Begleitung auf letztem Lebensabschnitt

Um unheilbar kranke Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt medizinische, pflegerisch und persönlich zu begleiten, wurden neben der ambulanten Versorgung stationäre Hospize gegründet. Nach Wikipedia soll es 240 davon in Deutschland geben. Meist verfügen sie über nur wenige Betten. In der Uckermark gibt es bislang kein stationäres Hospiz. Die Anfragen danach steigen jedoch.⇥os

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