Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Fachkräftemangel
Franziska Giffey wirft den Köder aus

Familienministerin Franziska Giffey (l.) überreicht Kati Karney, geschäftsführender Awo-Vorstand, den Förderbescheid.
Familienministerin Franziska Giffey (l.) überreicht Kati Karney, geschäftsführender Awo-Vorstand, den Förderbescheid. © Foto: Awo/Kathleen Schäfer
Andreas Wendt / 24.05.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 24.05.2019, 11:41
Potsdam (MOZ) Großes Gipfeltreffen in Potsdam: Dort wird heute um 10 Uhr im Brandenburg-Saal der Staatskanzlei der Vertrag mit dem Bund zum Gute-Kita-Gesetz unterzeichnet.

Mit am Tisch sitzen neben Vertreten kommunaler Spitzenverbände und des Landeselternkitabeirats Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), seine Jugendministerin Britta Ernst (SPD) und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). Kernpunkt des Vertrags sind 165 Millionen Euro des Bundes, mit denen Brandenburg bei der Kinderbetreuung große Schritte vorankommen will. Die Elternbeitragsfreiheit für Geringverdienende soll ausgeweitet und die Elternbeteiligung gestärkt werden. Zudem ist geplant, längere Betreuungszeiten finanziell zu fördern.

All das kostet nicht nur Geld, sondern auch Personal. Schon vor wenigen Wochen war Bundesfamilienministerin Giffey in der Kita "Spatzennest" in Strausberg (Märkisch-Oderland) zu Besuch. Thema: Die Fachkräfteoffensive für gut ausgebildete und motivierte Erzieherinnen. Über ein Bundesprogramm sollen mehr Nachwuchskräfte für die frühkindliche Bildung gewonnen und bereits ausgebildete Erzieherinnen im Beruf gehalten werden. "Die Resonanz ist überwältigend", sagt Franziska Giffey. Es gebe sehr wohl Menschen in Deutschland, die Erzieher werden wollen, nur die Rahmenbedingungen müssten stimmen.

Träger der Strausberger Kita ist die Arbeiterwohlfahrt (Awo), Bezirksverband Brandenburg Ost. Jens Krüger, Abteilungsleiter für Kindertagesstätten, weiß genau, wo der Schuh drückt. "Es ist bei den Erziehern ähnlich wie in allen Bereichen: Der Fachkräftebedarf wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Deutschlandweit wird die Personallücke in der frühen Bildung bis zum Jahr 2025 bis zu 191 000 Erzieherinnen und Erzieher betragen", rechnet er vor.

Die Awo betreut in Ostbrandenburger Kitas etwa 1000 Kinder mit knapp 90 pädagogischen Mitarbeitern und sechs Azubis. Um den Bedarf für die Zukunft zu decken, bildet die Wohlfahrtsorganisation Erzieher in der sogenannten tätigkeitsbegleitenden Ausbildung aus. Das Besondere daran: "Die Arbeitsstunden der Azubis sind im Gesamtstundenkontingent der Fachkräfte enthalten. Das heißt, die Stunden werden angerechnet", erläutert Krüger. Das neue Bundesprogramm habe den Vorteil, dass die Stunden der Ausbildung nicht zum Fachkräftepersonal dazu gezählt werden, sondern dem Auszubildenden als Ausbildungszeit zugute kommen.

"Wer mehr Qualität und Kapazität in Kitas will, muss für gutes und ausreichendes Personal sorgen", betont auch die Familienministerin. Aber Qualität hat ihren Preis. Deshalb wird die praxisintegrierte Ausbildung mit monatlich 1450 Euro im ersten, 1130 im zweiten und 540 im dritten Ausbildungsjahr durch den Bund gefördert. Für die Weiterqualifizierung professioneller Anleitungskräfte stellt der Bund bis zu 1000 Euro pro Person zur Verfügung und lockt mit einem Bonus von 300 Euro pro Monat und Person, um Erzieherinnen mit Zusatzqualifikation besser zu vergüten.

Giffey ist von der hohen Nachfrage überwältigt. Man brauche mehr Anerkennung und Wertschätzung für die, die den Erzieherberuf ausüben – dazu gehöre auch eine bessere Bezahlung.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG