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Oder-Lausitz-Straße
Erhitzte Gemüter in Neuzelle

Die Demonstration für die Ortsumgehung Neuzelle am 22. Mai.
Die Demonstration für die Ortsumgehung Neuzelle am 22. Mai. © Foto: Gerrit Freitag
Janet Neiser / 24.05.2019, 07:00 Uhr
Neuzelle Straßenbau kann ein hoch emotionales Thema sein. Das zeigt sich aktuell am Beispiel der noch nicht vorhandenen, aber seit gut 20 Jahren von vielen geforderten Ortsumgehung Neuzelle. Die Bürgerinitiative (BI) "pro Ortsumgehung Neuzelle" hatte in dieser Woche zu einer Demonstration eingeladen. Etwa 500 Teilnehmer sind laut Burkhard Jantke, der sich auf Polizeiangaben beruft und Sprecher der Bürgerinitiative ist, dabei gewesen – darunter viele Schüler verschiedener Neuzeller Schulen.

Doch Burkhard Jantke war am Tag der Demonstration mächtig aufgebracht – genau wie andere Mitglieder der Bürgerinitiative. Der Grund? Die SPD Oder-Spree hatte zuvor in einer Pressemitteilung den Zeitpunkt der Demonstration als falsch bezeichnet, da es Anfang Mai eine Informationsveranstaltung vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung und der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH gegeben hatte, in der der Zeitplan vorgestellt wurde. So soll die neue Linienbestimmung und Planung voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres abgeschlossen werden.

"Ich kann diese Demonstration nur noch aus Wahlkampfzwecken nachvollziehen, da alle vollumfänglich darüber informiert wurden", hieß es im Statement eines SPD-Mitglieds gegenüber dieser Zeitung.

Doch gegen diesen Vorwurf verwehrt sich die Bürgerinitiative: "Gegen diese haltlose Unterstellung, wir würden den Kampf für die Ortsumgehung, ein seit 22.Jahren vor sich hin dümpelndes Vorhaben der Landesregierung, für Wahlkampfzwecke nutzen, legen wir ganz energisch Protest ein", heißt es in einer schriftlichen Reaktion.

"Ja, es stimmt tatsächlich, wir haben in unserer BI Mitglieder, die auch Mitglieder von Parteien und einem Bürgerforum sind. Wir finden das gut oder was ist schlecht daran, wenn sich parteilich gebundene Bürgerinnen und Bürger aktiv für die Interessen ihres Heimatortes einsetzen?", fragt Burkhard Jantke und fügt hinzu: "Wir würden uns im Übrigen freuen, wenn auch die SPD endlich den Weg in die BI finden würde." Zudem stellt er die Frage, wann denn der richtige Zeitpunkt für eine Demonstration sei.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Gliese, der bei der Demonstration dabei war, erklärt: Der Druck auf die Landesregierung solle aufrechterhalten werden. "Die letzten Neuigkeiten aus der Informationsveranstaltung von MIL und DEGES stimmen zwar vorsichtig optimistisch, aber alle Unterstützer sind sich darin einig, dass die Demonstration dadurch nicht überflüssig wird, sondern erst recht ein Zeichen setzt." Der bereits zum dritten Mal neu angepeilte und nach hinten verschobene Termin zwecks Fertigstellung der Linienbestimmungsunterlagen im Herbst 2019 müsse endlich eingehalten werden, fordert Andreas Gliese.

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Andreas Frenkel 24.05.2019 - 14:44:03

Die Oder-Lausitz-Trasse erhitzt die Gemüter der SPD

Das schlägt eigentlich dem Fass den Boden aus was die SPD Oder-Spree sich hier erlaubt. Die Bemerkung: Die SPD Oder-Spree hatte zuvor in einer Pressemitteilung den Zeitpunkt der Demonstration als falsch bezeichnet, da es Anfang Mai eine Informationsveranstaltung vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung und der Deutschen Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH gegeben hatte, in der der Zeitplan vorgestellt wurde. ……. "Ich kann diese Demonstration nur noch aus Wahlkampfzwecken nachvollziehen, da alle vollumfänglich darüber informiert wurden", hieß es im Statement eines SPD-Mitglieds gegenüber dieser Zeitung. Ich weiß nicht aus welcher Zeit dieses SPD Mitglied kommt denn wenn es um so ein brisantes Thema geht ist überhaupt keine Zeit unangebracht. Mich würde interessieren was diese SPD Mitglieder in den letzten 20 Jahren gemacht haben. Vor 20 Jahren gab es den ersten Plan zur Umgehung, dieser Plan liegt mir noch vor. Aber Stadt und Werk von Eisenhüttenstadt haben nicht mitbekommen das es hier um die Existenz einer Region geht. Dies Oder-Lausitz-Trasse kann nur eine Möglichkeit sein das es doch noch Investoren gibt die sich hier ansiedeln könnten. Und das interessanteste an der Sache ist das die gesamten Planungen neu gemacht werden müssen, das klingt schon wieder mal wie Flughafenprobleme. Immense kosten die hier doppelt anfallen!!! Diese Zeit hat aber die SPD hier völlig verschlafen denn immer nur von einem großen Werk abhängig zu sein ist ein Todesurteil für die Region. In der gleichen Zeitung ist ja auch wieder ein Artikel zur Stahlbranche erschienen und darin wird sogar wieder von Kurzarbeit geredet. Liebe SPD überlegt euch wie ihr mit Volkes Stimme umgeht ansonsten könnte der Wahltag nicht so erfreulich sein, aber keine Angst die AFD ist für viel auch keine Option.

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