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Neues Biotech-Gebäude
Ein Wunder aus Stahlbeton und Glas

Ein luftiges Äußeres: Das versprechen die Sieger des Architektenwettbewerbs für das neue Biotech-Gebäude in Hennigsdorf. Das Besondere: Im Gebäudeinneren gibt es keine Flure. Alle Treppen und Zugänge sind am Äußeren des Hauses angebracht.
Ein luftiges Äußeres: Das versprechen die Sieger des Architektenwettbewerbs für das neue Biotech-Gebäude in Hennigsdorf. Das Besondere: Im Gebäudeinneren gibt es keine Flure. Alle Treppen und Zugänge sind am Äußeren des Hauses angebracht. © Foto: Roland Becker
Roland Becker / 24.05.2019, 19:56 Uhr
Hennigsdorf (MOZ) Wenn 2024 zwischen der Havel und Thermo-Fisher der neue Bau zur Erweiterung des Hennigsdorfer Biotech-Zentrums eröffnet wird, dann soll sich das Gebäude luftig und offen präsentieren. Das kreiseigene Tochterunternehmen BioTech Campus Hennigsdorf hatte im Dezember 2018 einen europaweiten Wettbewerb zur Gestaltung des Neubaus ausgelobt. Gab es anfangs 46 Bewerber, so wurden schließlich 13 Entwürfe eingereicht. In der Jury sei man sich schnell einig gewesen, dass unter den fünf favorisierten Einreichungen der der Berliner Architekten Georg Augustin und Ute Frank das Rennen machen würde, sagte Alfred Nieuwenhuizen. Der Mitarbeiter des Büros Staab Architekten Berlin stand dem Preisgericht vor.

"Uns lagen Ideen vom Zweigeschosser bis zum Hochhaus vor", berichtete dieser über die auch gestalterische Fülle der Vorschläge. "Die offene Bauweise als Übergang zur Landschaft", aber auch die sowohl im überdachten Innenhof als auch am Gebäudeäußeren angebrachten Treppenhäuser überzeugten die Jury. "Wir kennen uns mit dieser Art von Laborgebäuden sehr gut aus", sagte Gewinner Georg Augustin. Sein Büro habe bereits unter anderem das Institut für Physik der Humboldt-Universität in Adlershof entworfen. Für den Fachmann ist – anders als für den aufs äußere Erscheinungsbild bedachten Laien – noch bedeutsamer, was hinter der Fassade steckt. "Wichtig ist für uns, dass die Flächen unterschiedlich und damit nach den Bedürfnissen der Mieter aufgeteilt werden können", sagte Augustin. Der glasüberdachte Innenhof, den er als Atrium bezeichnete, werde das Herz und der Treffpunkt des Hauses. Das vierstöckige Gebäude – eine fünfte Etage ist allein der Technik vorbehalten – wird eine quadratische Gestalt von 50 mal 50 Meter annehmen und 17 Meter hoch werden. In direkter Nachbarschaft schließt sich ein kleinerer Würfel als Logistikzentrum an. Dort können in Speziallagern Firmen zum Beispiel chemische Stoffe bei Temperaturen von bis zu 175 Grad unter Null lagern.

Landrat Ludger Weskamp (SPD) lobte "die Idee für eine größtmögliche Flexibilität im Inneren und die sehr ansprechende Außenhülle" – und nahm damit die lobenden Worte von Hennigsdorfs Bürgermeister Thomas Günther (SPD) vorweg. Der freut sich, dass der Hennigsdorfer Biotech-Branche als drittgrößtes wirtschaftliches Standbein der Stadt ideale Wachstumsmöglichkeiten geboten werden.

Der Siegerentwurf und alle anderen eingereichten Vorschläge werden vom 4. bis 7. Juni in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Interessierte Bürger können diese jeweils zwischen 15 und 18 Uhr im Parlamentssaal des Rathauses besuchen.

Neues wirtschaftliches Standbein

Hennigsdorf hat sich als Standort für die neuen Industriezweige Biotech und Life Science etabliert. Im sogenannten Blauen Wunder sind derzeit mehr als 60 solcher Firmen aktiv, die 910 Arbeitsplätze bieten.

Da der Bedarf die Angebote übersteigt, will der BioTech Campus Hennigsdorf bis 2024 einen Erweiterungsbau errichten, der direkt an der Havel entsteht.⇥rol

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