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Mitten in Finow hat das Eberswalder Kanaltheater seine neue zeitweise Spielstätte eingeweiht – die Theaterzentrale.

Theater
Kultur Ecke Nagelstudio

Marco Marschall / 24.05.2019, 21:15 Uhr - Aktualisiert 25.05.2019, 11:15
Finow (MOZ) Beim Imbiss International in der Schönholzer Straße gibt es Döner und Chinapfanne. Männer mit Zigarette und Hasseröder stehen davor. Der Laden mit russischen Spezialitäten gleich daneben hat schon zu, genau wie das Nagelstudio ein paar Schritte weiter. Dahinter, einmal ums Eck, in der Fritz-Weineck-Straße 10, aber im selben Gebäude, gibt es am Donnerstagabend Theater. Ein Zwei-Mann Stück, bei dem Carsten Wilhelm und Klaus Grasmüller auf sehr unterhaltsame Weise übers Versprechen diskutieren. "Versprochen ist versprochen" heißt der humorvoll geistreiche Schlagabtausch mit Musik. Die Inszenierung ist eine Kooperation des Kanaltheaters mit dem Marburger Theater neben dem Turm, der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark und den Uckermärkischen Bühnen Schwedt.

Die vielen Akteure allein sorgen bereits für ein halbwegs volles Haus. Einige Finower sind auch gekommen zum Stück, das mitten im Raum rund um die in Kneipenatmosphäre an Tischen platzierten Zuschauer stattfindet. Etwa 50 Menschen sind es insgesamt. Für die Räumlichkeit, die neue Theaterzentrale des Kanaltheaters, ist es die Premiere.

Die Bar steht

Zum Freiwilligentag wurden noch einige Handgriffe gemacht. Noch immer aber wirkt die temporäre Spielstätte, entstanden in einer lange Zeit leerstehenden Ladenfläche, etwas kahl und unfertig. Die extra eingebaute Toilette im hinteren Gebäudeteil ist unisex. Wer sie benutzt, muss das Schild an der Klinke auf "besetzt" drehen. Eine Bühne gibt es nicht, aber eine Bar ist hergerichtet. Die Gäste können kommen.

Nachdem das Kanaltheater im vergangenen Jahr mit dem Format "Tatort Lücke" viele Orte im Eberswalder Zentrum bespielt hat, wollten die Macher nun nach Finow. Mit ihrer Spielstätte im Exil "Am Bahnhof Eisenspalterei" liegen sie gewissermaßen auf der Grenze zwischen den Stadtteilen. Zumindest dieses Jahr, eventuell auch länger, liegt der Fokus nun auf Finow. Nach "Versprochen ist versprochen", das Donnerstag und Freitag gezeigt wurde, folgt am Sonntag der nächsten Woche ein Konzert unter dem Titel "Wohnzimmer Finow". Ende Juni wird dann die diesjährige Kanaltheaterproduktion "Kläsh of Klans" in der Weineckstraße zu sehen sein – eine dreiteilige Familiensaga. Teil II kommt Ende August.

Programm und zeitweilige Spielstätte haben erneut viele Förderer. Das Kulturministerium des Landes, der Fonds Soziokultur, die Stadt Eberswalde und die Bürgerstiftung Barnim Uckermark unterstützen das Projekt. Einige Vertreter der einzelnen Institutionen sind am Premierenabend mit dabei. Locken will das Theater aber vor allem die Finower. "Wir freuen uns auf Kontakte in die Nachbarschaft", sagt Regisseurin Heike Scharpff.

Und diese hat durchaus Potenzial. "In unmittelbarer Nähe wohnen 5000 Menschen", sagt Finows Stadtteilvereinsvorsitzender Viktor Jede. Er war es, der den Eigentümer der Gewerbefläche vom neuen Mieter aus dem Bereich Konzert- und Theaterkultur  überzeugen konnte. Das sei doch besser als Leerstand. Auf lange Sicht wünscht  sich Jede am Standort in der Weineckstraße aber einen Drogeriemarkt.

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