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Kinder und Jugendliche in Bernau werdenzukünftig bei Gemeindeangelegenheiten, die sie betreffen, beteiligt. Zehntklässler zeigten größtes Interesse

Jugend
Der Nachwuchs spricht ein Wort mit

Engagiert: Jugendliche sammeln Müll
Engagiert: Jugendliche sammeln Müll © Foto: Daniel Neukirchen
Kai-Uwe Krakau / 25.05.2019, 06:15 Uhr
Bernau Kinder und Jugendliche sollen in der kommunalen Politik mitmischen können – so will es der brandenburgische Gesetzgeber und änderte deshalb im Juli 2018 die Kommunalverfassung. Zugleich müssen die Hauptsatzungen in den Städten und Gemeinden entsprechend geändert werden. Dort ist zu regeln, welche Formen der Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen geschaffen werden. Die Stadtverordnetenversammlung Bernau beschloss in ihrer letzten Sitzung nun die Änderung der Hauptsatzung.

Um herauszufinden, was der Bernauer Nachwuchs eigentlich will, hatte Jugendkoordinatorin Andrea Pagel im vergangenen Winter eine schriftliche Befragung durchgeführt. Daran nahmen Schüler der Klassenstufen 5 bis 12 von staatlichen, aber auch von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft teil. Insgesamt landeten zum Stichtag Ende Januar 1532 Fragebögen bei der Jugendkoordinatorin. Das entspricht einer Beteiligung von 52,7 Prozent. Andrea Pagel wertete das im zuständigen Ausschuss für Bildung, Jugend, Kultur, Soziales und Sport im Februar als ein "gutes Ergebnis". Abschließend konnten 1521 Fragebögen ausgewertet werden, elf waren ungültig und wurden nicht berücksichtigt.

In der Umfrage wurde den Teilnehmern zunächst erläutert, welche Formen der Beteiligung es überhaupt gibt. Da wäre die Mitarbeit an bestimmten Projekten, die Kinder und Jugendliche interessieren. Das könnte die Gestaltung eines Jugendklubs sein (wie geschehen beim "Frischluft"- Klub) oder der Bau eines Bolzplatzes. Dann existieren noch die offenen (Veranstaltungen zu Problemen und Wünschen wie Umwelt- und Tierschutz) sowie die mediengebundenen Formen der Beteiligung. Das könnten Kinder- und Jugendseiten in Tageszeitungen sein, aber auch Beiträge im Lokalrundfunk.

Die vierte ist die parlamentarische beziehungsweise repräsentative Form der Mitwirkung. Dabei werden Kinder- und Jugendparlamente gebildet. Die Mitglieder treffen sich regelmäßig und sprechen über anstehende Probleme. Vertreter werden in die "richtigen" Gemeindevertretungen und Stadtverordnetenversammlungen eingeladen und berichten dort über ihre Arbeit. Dies ist beispielsweise seit Jahren in Ahrensfelde der Fall.

Im Ergebnis zeigte sich, dass die Klassenstufe 10 am meisten vertreten war. 267 Schüler machten bei der Befragung mit, gefolgt von der Klassenstufe 9 (248). Gering fiel die Beteiligung bei den Gymnasiasten aus. Von den 12. Klassen beantworteten lediglich 20 Schüler den Fragebogen. Von den Schulen gab es die meisten Rückläufer mit 479 beim Barnim-Gymnasium Waldfrieden.

Absoluter Favorit beim Bernauer Nachwuchs war schließlich mit 59,14 Prozent die projektbezogene Beteiligung. Es folgen die mediengebundene (40,8 Prozent), die offene (39,88 Prozent) sowie die parlamentarische Form mit 23,89 Prozent.

In der städtischen Hauptsatzung wurde nun festgelegt, dass die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen "angemessen und zielgruppengerecht" erfolgt. Dies solle durch projektbezogene, mediengebundene und offene Formen erfolgen. Ein Kinder- und Jugendparlament wird es demnach nicht geben.

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