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Weil sich Amtsdirektor Krause weigert, die Stützkower Brücke zu öffnen, bittet die Gemeinde jetzt Ministerpräsident Woidke um Hilfe.

Absurdum
Brückenstreit spitzt sich zu

Streitobjekt: Unbekannte haben erneut die Sperrzäune des Amtes von der Stützkower Brücke entfernt.
Streitobjekt: Unbekannte haben erneut die Sperrzäune des Amtes von der Stützkower Brücke entfernt. © Foto: Oliver Voigt
Michael Dietrich / 25.05.2019, 06:45 Uhr
Schöneberg (MOZ) In einem offenen Brief haben die Schöneberger Gemeindevertreter jetzt Ministerpräsident Dietmar Woidke und Landrätin Karina Dörk um dringende Hilfe gebeten und darin Amtsdirektor Detlef Krause die Missachtung ihrer Beschlüsse und Anträge vorgeworfen. Vorangegangen war die Entscheidung des Amtsdirektors, die Brücke nicht zu öffnen.

Dies teilte Krause auf der Sitzung des Amtsausschusses am Donnerstag mit. Er begründete seine Weigerung, die Brücke zu öffnen, mit der noch laufenden Prüfung der Schadensersatzpflicht und erklärte, dass die Fotos aus dem Brückengutachten angeblich so gravierende Schäden zeigen, dass die Brücke nicht geöffnet werden könne. Das Gutachten liegt seit zwei Wochen vor. Es bestätigte Standsicherheit und Verkehrssicherheit der Brücke, bewertete die Brücke mit Note 2,9 und empfiehlt die sofortige Öffnung der Brücke für Fußgänger und Radfahrer. Die Forderung der Gemeinde, die Brücke kurzfristig zu öffnen, lehnte der Amtsdirektor damals ab und erklärte, er brauche 14 Tage Zeit zur Prüfung des Gutachtens.

"Wir wissen uns nicht mehr zu helfen", schreiben die Schöneberger an Dietmar Woidke. "Nicht nur, dass unsere Beschlüsse und Aufträge vom Amtsdirektor missachtet werden. Wir werden zudem nahezu nebenbei, lediglich mündlich mit bruchstückhaften Informationen konfrontiert, die angeblich wesentlich dafür sind, dass eine Öffnung nicht erfolgen kann. Eine Nachvollziehbarkeit ist für uns nicht gegeben.  Stattdessen werden wir und unsere Unterstützer sogar der Unwahrheit beschuldigt. Der Umgang mit uns Ehrenamtlichen nimmt Formen an, die uns die Arbeit in der Gemeindevertretung, die wir schätzen und sehr ernst nehmen, nahezu unmöglich macht."

Wieder Zugang verschafft

Die Weigerung Krauses, die Brücke zu öffnen, stößt auf großes Unverständnis bei Bürgern, Nachbarn und Behörden. Nationalparkchef Dirk Treichel sprach von unglaublichen Vorgängen im Amt. Landtagsabgeordneter Mike Bischoff von einem "Stück aus dem Tollhaus" und Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl, Vorsitzender des Fördervereins des Nationalparks, von einer offenen Missachtung des Bürger, die er so nicht für möglich gehalten hätte.

Für die Landrätin, die noch im Urlaub weilt, erklärte Beigeordneter Karsten Stornowski, dass der Kreis als untere Straßenaufsichtsbehörde zeitnah eingreifen werde, wie und wann, verriet er nicht. Inzwischen haben Unbekannte erneut die Absperrgitter und die Sperrschilder des Amtes von der Brücke gelöst und sich selbst Zugang verschafft.

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