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Schulwegsicherung
Böhner kämpfen für Radweg

Per Radweg kann man sicher und gut aus dem Dorf Böhne Richtung Rathenow hinaus radeln. Aber schon vor den Höfen geht die Fahrt auf der L96 neben Lkw, Pkw und Kradfahrern weiter.
Per Radweg kann man sicher und gut aus dem Dorf Böhne Richtung Rathenow hinaus radeln. Aber schon vor den Höfen geht die Fahrt auf der L96 neben Lkw, Pkw und Kradfahrern weiter. © Foto: Manuela Bohm
Manuela Bohm / 25.05.2019, 09:30 Uhr
Böhne (MOZ) Mögelin hat einen Radweg, ausgebaute Haltestellen und eine Fußgängerampel. Nötig wurde dies und die zeitweilige Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50km/h auf gesamter Dorfdurchfahrt, weil sich der Ort zu beiden Teilen der Bundesstraße ausweitete. Schnell ging es mit Geschwindigkeitsbeschränkung und Einrichtung der Ampel vor einigen Jahren. Damals gab es einen tragischen Unfall - ein Kind verunfallte damals. Bei Böhne auf der L96 in Höhe der Höfe gab es auch einen Unfall, in dessen Folge ein Beteiligter verstarb. 2012 war dies. Doch die Geschwindigkeit wurde nicht beschränkt. Seit Mai 2016 Jahren kämpfen die Anwohner der Böhner Höfe für mehr Sicherheit ihrer Kinder - ohne dass etwas im Vorfeld passiert.

Erste Erfolge konnten die Böhner nun verzeichnen. Die Haltestellen sind mit kleinen roten Dreiecken versehen. Das bedeutet, dass Busse mit eingeschalteter Warnblinkanlage die Haltestelle anfahren müssen. Alle weiteren Verkehrsteilnehmer, hinter dem Bus und entgegenkommende,  müssen ebenso halten. Erst wenn der Bus jeweils steht, dürfen sie langsam weiter, im Schritttempo. Die Haltestellen sind mit weiteren Schildern gesichert, die Autofahrer darauf hinweisen, dass an dieser Schulkinder den Busverkehr nutzen und die Straße queren. Zudem sind auf rund 400 Meter der Strecke zwischen dem Dorf Böhne und Rathenow in der Geschwindigkeit begrenzt worden. Hier darf nun nur 70 km/h schnell gefahren werden.

Zur Sicherung der Mobilität der jüngsten aber auch aller anderen Bewohner der Böhner Höfe soll noch mehr erreicht werden. Zusagen gibt es seitens der Stadt Rathenow, dessen Bauamtsmitarbeiter sich für die Einrichtung von Plattformen an den Haltestellen stark machten, für den Ausbau besagter Haltestellen. Die sogenannten Aufstellflächen werden baulich von der Fahrbahn getrennt, erklärte Bauamtsleiter Matthias Remus. Auch zum Laufweg zu den Haltestellen hat sich die Stadt klar bekannt.

"Dank Stadtverordneten und Kreistagsmitgliedern konnten wir etwas bewegen", sagt Hans-Jürgen Wodtke, ein Anwohner der Böhner Höfe. Er und zwei weitere Böhner Bürger traf sich kürzlich mit Bürgermeister Ronald Seeger, Stadtverordneten Karl-Reinhold Granzow und Baumamtsleiter Matthias Remus. "Unser Anliegen muss weiter im Gespräch sein", so Wodtke gegenüber Seeger. Die Böhner wünschen sich von ihrem Bürgermeister, dass er für sie mitkämpft und an den richtigen Stellen immer wieder Druck mache. Was die Böhner, auch diejenigen Bürger, die im Dorf wohnen, weiterhin möchten, ist ein Lückenschluss im Radweg entlang der L96. Jene die mit Rad in die Kreisstadt fahren wollen oder auch müssen, gelangen sicher dorthin. Rund drei Kilometer Radweg fehlen heute noch an der Landesstraße. Dennoch fahren einige Anwohner Rad auf der L96. Das sollte eigentlich kein Problem sein - die STVO besagt, dass Autofahrer einen Abstand von mindestens 1.50 bis 2 Meter einhalten müssen. Doch nicht jeder Verkehrsteilnehmer hält sich daran und überholt trotz Gegenverkehr. Dabei können brenzlige Situationen entstehen, von denen die Böhner zu berichten wissen.

Bisher galt zudem die Aussage des Landesbetrieb für Straßenwesen, dass der Havelradweg als Rad- und auch Schulweg genutzt werden könne. Dieser ist rund drei Kilometer länger, als der Weg entlang der Straße. Teilweise nicht ausgebaut verläuft er zudem über Flächen, die bei Hochwasser überflutet sind. Zudem müssten einige Kinder erst auf der L96 fahren, um an den Havelradweg zu gelangen.

"Wir müssen uns rühren, sonst passiert nichts. Wenn wir bisher nichts getan hätten, dann hätte sich die Situation an den Haltestellen bis heute nicht verbessert", appellieren die Böhner an den Rathenower Bürgermeister Druck auf allen ihm möglichen Ebenen zu machen. Zunächst möchte sich Ronald Seeger mit der Fahrradbeauftragten des Landkreises Jennifer Wydra treffen und weiter im Gespräch bleiben.

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