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Ausstellung
Wie Fontane die künstlerische Fantasie anregte

Viel beachtet waren zur Ausstellungseröffnung die Havelbilder von Uwe Steckhan (li.). Die Ausstellung kann noch bis 15. September im der Tourist-Information besucht werden.
Viel beachtet waren zur Ausstellungseröffnung die Havelbilder von Uwe Steckhan (li.). Die Ausstellung kann noch bis 15. September im der Tourist-Information besucht werden. © Foto: Wolfgang Balzer
Wolfgang Balzer / 26.05.2019, 11:30 Uhr
Ketzin/Havel Mehr als 100 Eröffnungsgäste drängten sich am 42. Internationalen Museumstag am vergangenen Sonntag im neu gestalteten Ausstellungsraum der Ketziner Tourist-Information zur Eröffnung einer Ausstellung der besonderen Art. Gleich elf Künstler und Kreative gestalteten in der noch bis zum 15. September zu besichtigenden Ausstellung eine Kunstaktion des Garten Eden zum Fontanejahr. "Himmelland-Fontaneland", ihr Titel. "Was bringt Fontane in mir zum Schwingen und in welcher Weise werde ich von ihm inspiriert?", so dazu die thematische Idee für die nun ausgestellten Bilder, Fotos und Installationen.

Vom "Fontaneland" ist auch Susanne Weber fasziniert. "Von Uetz nach Paretz ist es noch eine halbe Meile. An einem sonnigen Nachmittag ein entzückender Spaziergang...", so ein Zitat. Sie ist den Weg fast 200 Jahre später mit ihrem Fotoapparat gegangen und hat die auch heute auf den Betrachter wirkende Faszination einer an sich schlichten und doch so eindrucksvollen Landschaft in ihrer ganzen Schönheit fotografisch festgehalten.

Wie ein Kontrastprogramm dazu stellt Uwe Steckhan schon fast mystisch wirkende Bilder der Havel im Morgennebel bei Paretz aus. Und Christiane Schulze zeigt Kiefern im Schnee, die sich zur Wegesmitte wie die Gewölbe eines Domes wölben. Köstlich die Bilder von Alfred, Margarethe, Emil und den anderen mit der nun mal im Zusammenhang mit Fontane obligatorischen Birne aus dem Zyklus "Wist ne Beer" von Moritz Hollmann. Der Humor, der aus ihren Porträts strahlt, ist regelrecht ansteckend!

Anregend auch die Installationen von Tobias Kielinger mit den vielfältigen Ideen zu Effi Briest in der einen Ecke des Ausstellungsraumes und der "Ehre/Ähre" von Sylke Manzke und Anette Hollmann zum Zitat "Demeter die heilige Göttin, deren Haar in reichen Flechten wuchs, wie nur das Haar einer Göttin wächst...".

Am gut einen Meter hohen von der Decke schwebenden magischen Stiefel, wohl einem Siebenmeilenstiefel, aus Stroh, Wolle, Draht und Federn in einer originellen Kombination von Sylke Manzke muss vorbei, wer die Ruhebank von Mirijam Grasedyck für einen Augenblick des Nachdenkens nutzen möchte – vielleicht darüber, dass es sich lohnt, nochmal Fontane zu lesen. Die Fantasie regt das offensichtlich an, wie die Ausstellung in sehenswerter Weise zeigt.

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