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Kommunalwahlen
Oberhavels Linke erlebt ein Desaster

Gesprächsbedarf: Die Linke haben herbe Verluste bei den Europa- und Kommunalwahlen im Landkreis hinnehmen müssen.
Gesprächsbedarf: Die Linke haben herbe Verluste bei den Europa- und Kommunalwahlen im Landkreis hinnehmen müssen. © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 26.05.2019, 22:34 Uhr
Oranienburg (MOZ) "Das ist ein Desaster", sagt die Landtagsabgeordnete der Linke, Gerrit Große, über das Abschneiden ihrer Partei und das der AfD. "Wir haben alles gegebe", so Große. So viel Aufwand habe die Linke in keinem Wahlkampf zuvor betrieben.

Doch immer wieder hätten die Parteianhänger an den Infoständen diesen Satz hören müssen: "Ich habe euch gewählt. Aber jetzt, wo ihr alle Flüchtlinge reinlasst, nicht mehr." Schon bei der vergangenen Wahlen musste die Linke beobachten, dass viele ihrer Wähler zur AfD abwanderten. Der Trend setzt sich nun fort. Dabei habe die AfD kaum Wahlkampf gemacht. "Sie war unsichtbar", sagt Sebastian Wolf, Kreistagskandidat aus Oberkrämer.

Die Frustration ist zu spüren auf der Wahlparty in der Kreisgeschäftsstelle der Linken in Oranienburg. Doch als die ersten Biergläser geleert sind, die Würstchen und Steaks vom Grill verputzt und der Frust ein wenig verdaut ist, blicken die Kandidaten und Abgeordneten nach vorn. "Jetzt erst recht", sagt Gerrit Große. Und Loreen Tirado, die als Parteilose für die Linke im Mühlenbecker Land angetreten war, rät: "Das allerwichtigste ist jetzt, sich treu zu bleiben. Sonst wird man unglaubwürdig." CDU und SPD hätten sich auf die Forderungen der AfD eingelassen und seien nach rechts gerückt. Das Ergebnis sei für beide Parteien miserabel. Die anderen am Tisch nicken, die Worte wirken wie Labsal. Der bisherige Fraktionsvitze im Kreistag Ralph Bujok, der nur noch für die Oranienburger Stadtverordnetenversammlung antrat, sagt, dass man mit Niederlagen umgehen müsse. Er habe sich auch früher nicht gescheut, mit neuen Situationen umzugehen. Erschreckend sei das Abschneiden aller rechten und rechtsextremen Parteien in Oberhavel und ganz Europa dennoch. Dass es einmal soweit kommen könnte, hätte er noch vor fünf Jahren niemals für möglich gehalten, so Bujok.

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