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Bündnisgrüne gehören zu den Siegern des Wahlabends

Jubelpose: Die Grünen Oberhavels freuen sich über das gute Abschneiden bei der Europawahl und den Zugewinn im Kreistag. Getrübt wurde die Freude allerdings durch den Erfolg der AfD.
Jubelpose: Die Grünen Oberhavels freuen sich über das gute Abschneiden bei der Europawahl und den Zugewinn im Kreistag. Getrübt wurde die Freude allerdings durch den Erfolg der AfD. © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 26.05.2019, 23:22 Uhr
Oranienburg (MOZ) Auf der Wahlparty der Bündnisgrünen in Oranienburg konnte am Sonntagabend gefeiert werden. Das AfD-Ergebnis löste aber auch Trübsal aus.

Schon kurz vor 18 Uhr knallten bei den Grünen die Sektkorken. Wer keinen Sekt wollte, trank Bionade. Einig waren sich alle: Ihre Partei würde gute Ergebnisse einfahren. Auf der Wahlparty in der Oranienburger Musikschule Klangfarbe Orange gab es kurz darauf Gewissheit. Als die erste Prognose in der ARD zu sehen war, ging zunächst ein kurzes Raunen über das schlechte Ergebnis der SPD durch den Raum. Dann folgte Jubel. Die Grünen werden ihre Sitzzahl  im Europaparlament verdoppeln.

"Der Klimaschutz ist zum wichtigsten Thema geworden", nennt Oranienburgs Grünen-Fraktionsvorsitzender und Landtagskandidat Heiner Klemp einen Grund für das gute Abschneiden. Deshalb sei auch für den Kreistag und die Stadtverordnetenversammlung mit Stimmenzuwächsen zu rechnen. Später staunt Klemp, dass seine Partei mit 12,1 Prozent sogar in Velten gut abschneidet. "Da haben wir gar keine eigenen Kandidaten", merkt er an.

Frust macht sich dann aber auch bei den Grünen breit, als klar wird, dass die AfD in vielen Orten bei der Europawahl vorn liegt. "Wir müssen die Leute in den Parlamenten fordern und zeigen, dass sie nicht liefern können", erklärt der Kreistagsabgeordnete Andreas Wiersma. Und dann geht er mit seiner und den übrigen etablierten Parteien ins Gericht: "Wenn wir es nicht schaffen, die rechten Parteien aus den Parlamenten rauszuhalten, müssen wir eben mit ihnen umgehen."

Dennoch überwiegt die Zuversicht. Der Kreistagsfraktionsvorsitzende Thomas von Gizycki hofft auf mindestens sechs Kreistagsmandate und einen Zuwachs in den Kommunalparlamenten. Die Blockadehaltung der SPD-CDU-Fraktion im Kreistag, die Grüne und Linke immer wieder kritisiert hatten, ist auf jeden Fall aufgebrochen. Möglicherweise müssen die Koalitionäre jetzt auf die Grünen zugehen. Allein erreichen sie keine Mehrheit mehr. Ob er weiterhin den Fraktionsvorsitz innehaben werde, müsse später entschieden werden, sagte von Gizycki. Ähnlich äußerte sich Heiner Klemp. Beide treten als Kandidaten auch zur Landtagswahl an. Heiner Klemp hat dabei sehr gute Chancen: Er steht auf Listenplatz acht. Der Borgsdorfer Thomas von Gizycki steht auf dem zehnten Platz.

Die Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer der Partei gaben sich mit Blick auf den 1. September kämpferisch. Die Partei solle jetzt den Schwung nutzen, um auch stark im Potsdamer Landtag vertreten zu sein. Der Lehnitzer Heiner Klemp gab sich zuversichtlich: Seit er in Oranienburg politisch tätig sei, habe seine Partei von Wahl zu Wahl jeweils etwa zwei Prozentpunkte hinzugewonnen.

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Frauen und Männer: So viele Kandidatinnen und Kanidaten traten noch nie für die Oranienburger Grünen zur Wahl der Stadtverordnetenversammlung an. Die Partei hofft auf mindestens vier Mandate.⇥kd

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