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Kommunalwahlen
Einige Briefwähler gingen leer aus

Lassen den Kopf nicht hängen: Vor der Oranienburger SPD-Geschäftsstelle sind diese Sozialdemokraten zusammengekommen, um das enttäuschende Ergebnis zu besprechen.
Lassen den Kopf nicht hängen: Vor der Oranienburger SPD-Geschäftsstelle sind diese Sozialdemokraten zusammengekommen, um das enttäuschende Ergebnis zu besprechen. © Foto: Friedhelm Brennecke
Friedhelm Brennecke / 27.05.2019, 00:20 Uhr
Oranienburg/Leegebruch (MOZ) 164 Briefwahlstimmen aus Germendorf waren Sonntagabend am schnellsten ausgezählt. Um 18.21 Uhr stand dieses Ergebnis der Europawahl in Oranienburg als erstes fest: SPD 15,2 Prozent, CDU und AfD gleichauf mit 23,2 Prozent. Die Grünen liegen mit 9.1 Prozent vor den Linken mit 7.3 Prozent und FDP mit 6,7 Prozent.

Das war natürlich noch kein eindeutiger Trend, wenngleich das miserable Resultat der SPD mit der Prognose auf Bundesebene fast übereinstimmte. Als erstes Wahllokal  liefert das Bürgerzentrum um 18.35 Uhr das zweite Ergebnis. Dort liegt die AfD mit 22.8 Prozent klar vorn, vor CDU mit 17,5 Prozent, der SPD mit 15,3 Prozent  und der Linke mit 13,4 Prozent (Grüne acht und FDP vier Prozent).

Um 21 Uhr steht fest: Die AfD hat auch in Leegebruch die meisten Stimmen bei der Europawahl geholt. Mit 22,8 Prozent ist sie in Leegebruch klarer Stimmenführer vor der CDU mit 18,3 Prozent. Die SPD schmiert auf 15, 1 Prozent ab. Die Linken landen nur bei 11,9 Prozent. Mit 10,8 Prozent dürfen sich die Grünen hingegen auch in Leegebruch zu den Gewinnern der Europawahl zählen.

In Oranienburg ist die AfD bei der Europawahl ebenfalls nicht mehr von den anderen Parteien zu übertrumpfen. Als von 44 genau 43 Wahlbezirke ausgezählt sind, liegt die AfD mit 19,7 Prozent vorn. Das sind mehr als neun Prozent Zuwachs gegenüber der Wahl 2014. Zu den Gewinnern zählen auch die Grünen und die FDP. Allein der Stimmbezirk Zehlendorf fehlt noch. Warum dort selbst um 21.30 Uhr noch kein Ergebnis von der Europawahl vorliegt, kann im städtischen Wahlbüro niemand sagen.

Unabhängig von allen Ergebnissen, bleibt für manche Wähler in Oranienburg ein bitterer Nachgeschmack. "Ich weiß allein von fünf Bekannten, dass sie ihre Briefwahlunterlagen für die Europawahl nicht mehr rechtzeitig bekommen haben", sagt der Edener Rainer Pelz. Da sie im Urlaub seien, hätten sie ihre Stimme für Europa nicht abgeben können, empfindet Pelz als ungerecht.

Er selbst sei auch betroffen gewesen, habe nur seine Briefwahlunterlagen zur Kommunalwahl erhalten. "Ich bin am Sonntag deshalb persönlich im Wahlamt vorstellig geworden, um meine Stimme auch noch für die Europawahl abgeben zu können", sagt Pelz, der für Sonntag eigentlich auch andere Pläne hatte. Er habe im Bürgeramt dann noch wählen können. Aber jene Wahlberechtigten, die wegen ihres Urlaubs Briefwahl machen wollten, die Stimmzettel für die Europawahl aber nicht bekommen haben, seien damit praktisch um ihr Wahlrecht gebracht  worden, bedauert Pelz. Er erwarte, dafür noch eine Erklärung der Stadt, woran es denn gehapert habe.

In Leegebuch stockte es mit der Auszählung zunächst. In einem Briefwahllokal wurde nach einem Stimmzettel gefahndet, der laut der Zählung der Wählerliste fehlte. Aber auch das konnte geklärt werden, sodass am Ende alles stimmig war.

Verlusteund Gewinne

In Oranienburg legte die AfD um neun Punkte, in Leegebruch um elf Punkte gegenüber der Wahl 2014 zu.

Verlierer  sind SPD mit minus elf Prozent in Leegebruch, neun Prozent in Oranienburg sowie CDU und Linke, die in Oranienburg jeweils acht Prozent einbüßen.⇥bren

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