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Lokalsender Antenne Brandenburg befragte Lobbyisten, Politiker, Landwirte und Einwohner zur Golzower Hähnchenmast und zum Tierschutz.

Tierschutz
Konsens für mehr Tierwohl

Rege Debatte in Golzow:  Christian Dorn schilderte noch einmal seine Befürchtungen im Zusammenhang mit der geplanten FairMastanlage. Erst seit der Schließung der Milchviehanlage sei es ihm und seiner Frau möglich, ohne Gestank und-Lärmbelastung zu wohnen. Sein Haus befindet sich den Ställen am nähesten.
Rege Debatte in Golzow:  Christian Dorn schilderte noch einmal seine Befürchtungen im Zusammenhang mit der geplanten FairMastanlage. Erst seit der Schließung der Milchviehanlage sei es ihm und seiner Frau möglich, ohne Gestank und-Lärmbelastung zu wohnen. Sein Haus befindet sich den Ställen am nähesten. © Foto: Wolfgang Rakitin
Ulf Grieger / 05.06.2019, 06:45 Uhr - Aktualisiert 05.06.2019, 11:01
Golzow (MOZ) Zum Antenne-Stammtisch unter dem Motto "Bio oder Billig" hatte es am Montag nur wenige Golzower gezogen. Dies, obwohl dort eine Bürgerinitiative gegen den Umbau alter Kuhställe am Dorfrand zu Hähnchenmastanlage kämpft.

Oliver Meurers, Andreas Oppermann und Eva Kirchner vom Lokalsender hatten sich bemüht, ein möglichst breites Meinungs- und Kompetenzspektrum ans Podium zu holen. Das war nur teilweise gelungen. Weder der Agrarkonzern Odega, der in Golzow 72 000 Hähnchen nach dem FairMast-Verfahren mästen will, noch die verantwortlichen Mitglieder der Landesregierung des Landesumweltamtes hatten den Weg in den Saal des Gasthaus Wagner gefunden.

Am Montagabend war Antenne Brandenburg in Golzow, es ging um die zukünftige Hähnchenmastanlage. Ein endgültiges Ergebnis konnte Antenne den beiden Parteien auch nicht abringen.
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Bio oder Billig

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Angefragt hatte das Frankfurter rbb-Studio auch vergeblich Vertreter eines Lebensmittelhändlerverbandes. Schließlich diktieren die Handelsketten den Landwirten die Preise und wollen es vor allem billig. Wie der Großteil ihrer Kunden auch. Wobei Eva Kirchner bei ihrer Saal-Umfrage doch eher die Antwort erhielt, dass die Golzower ihr Fleisch eher mit Klasse als in Masse wollen. Zumal es dort noch viele gibt, die selbst Hühner halten wie der ehemalige Golzower Bürgermeister und Seniorenvereinsvorsitzende Klaus-Dieter Lehmann. Er bekannte sich dazu, als Dorfbewohner auch mit der Landwirtschaft zu leben. Für mehr Tierwohl gab es Konsens im Saal. Hanka Mittelstädt, Vorstandsvorsitzende des Verbandes pro agro machte deutlich, es es darauf ankomme, dass die Tierhalter eine möglichst große Transparenz zeigen. An FairMast lobte sie die Schritte hin zu mehr Tierwohl.

Golzows Bürgermeister Frank Schütz verwies darauf, dass die Gemeinde frühzeitig zu Informationsveranstaltung zum Vorhaben des Landwirtschaftsbetriebs geladen hatte. Dies wertete Peter Tiedke, Sprecher der Bürgerinitiative als "Werbeveranstaltungen" ab. Allerdings hatte er nicht dran teilgenommen. Tiedke fragte, warum die Einwohner darunter leiden sollen, wenn Ställe mit größerem Tierwohl eingerichtet werden. Zumal sich die Ställe dort zu dicht an den Wohnhäusern und am Naturschutzgebiet befänden. Die FairMast-Methode sei nicht fair. so Tiedke.

Andreas Oppermann befragte Henrik Wendorff vom Landesbauernverband, Axel Kruschat vom BUND, Benjamin Raschke, Landtagsabgeordneter der Grünen und Benjamin Meise, der als Milchbauer im neuen Tierschutzbeirat von Oder-Spree sitzt, nach den Fortschritten in puncto Tierschutz: Wendorff machte deutlich, dass es erforderlich ist, einen zukunftsfähigen Nutztierplan für das Land zu entwickeln, mit dem alle leben können. Ein Jahr nach dem erfolgreichen Volksbegehren gegen Massentierhaltung dürfen immer noch Riesenställe gebaut werden, kritisierte Kruschat. Benjamin Raschke kündigte an, dass die Grünen im Falle einer Regierungsbeteiligung nach der Wahl stärker an der Umsetzung der Tierschutzempfehlungen arbeiten werden, als es die jetzige Landesregierung tue.

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