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Stiftung erläutert Verfahren und Stand des Managements des FFH-Gebietes Doberburger Mühlenfließ

„Wir erarbeiten nur Empfehlungen“

Jörg Kühl / 01.12.2011, 07:32 Uhr
Doberburg (MOZ) Nachdem die Bürger von Doberburg ihren Unmut, ihre Sorgen und Ängste gegen die Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinien auf ihren Wiesen öffentlich kundgetan haben, hat die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg zum Stand des FFH-Managements Stellung bezogen.

Laut Nadine Becker, zuständige Verfahrensbeauftragte der Stiftung, ist die Bestandsaufnahme der Arten und „Lebensraumtypen“ inzwischen abgeschlossen. „Tiere und Pflanzen im Doberburger Mühlenfließ, die unser Projektpartner, das Büro Lederer aus Halle, seit 2010 erfasst hat, sind kartiert“. Eine der seltenen Arten ist demnach der „Kriechende Sellerie“ und die „Kleine Flussmuschel“. Am 6. Oktober wurden die Ergebnisse auf einem Treffen der „regionalen Arbeitsgruppe“ im Beisein von Kommunalvertretern Verbänden, Forstleuten und anderen in Lübben erörtert. Auch auf dem 5. Naturschutztag, der am 24. November in Lübben veranstaltet wurde, kam das Thema zur Sprache.

Die Stiftung, die finanziert von der EU und vom Land die ausgewiesenen FFH-Gebiete managt, wurde beauftragt, ein Gutachten anzufertigen, in dem unter anderem stehen soll, welche Maßnahmen zur Pflege der Arten im Doberburger Mühlenfließ sinnvoll sind. „Es geht darum zu erörtern, was man tun kann, um die Arten zu erhalten und die Lebensbedingungen zu erhalten oder zu verbessern.“ Die Stiftung gebe lediglich Empfehlungen, so Nadine Becker. Sie versprach, noch vor der Fertigstellung des Gutachtens werde es Einzelgespräche mit den Nutzern oder Eigentümern der betreffenden Flächen geben. Im Frühjahr werde sie außerdem eine öffentliche Informationsveranstaltung anbieten.Wie die Verfahrensbeauftragte der Stiftung weiter erläutert, sei das Doberburger Mühlenfließ im Gegensatz zu den ?Stockshof-Behlower Wiesen kein Naturschutzgebiet: „In einem Naturschutzgebiet sind die Nutzungsbedingungen wesentlich strenger geregelt, als in einem FFH-Gebiet.“ Es sei nicht vorgesehen, die Grünlandflächen in Doberburgkomplett der Nutzung zu entziehen, wie es die Bürger in ihren Stellungnahmen zum Ausdruck brachten. „Grünland ist durch landwirtschaftliche Nutzung entstanden und lebt von der Nutzung.“ Nutzungseinschränkungen könnte sie sich jedoch für bestimmte Gebiete punktuell vorstellen.

Derzeit sei man dabei, ein „flächenscharfes“ Maßnahmenkonzept zu erarbeiten. Erst wenn dieses vorliege, könne die Stiftung den Nutzern oder Eigentümern in persönlichen Gesprächen konkret mitteilen, welche Maßnahmen auf ihren Flächen empfehlenswert seien.

Die jüngst von der Unteren Naturschutzbehörde aufgestellten gelben Schilder mit der Aufschrift „Europäisches Schutzgebiet Doberburger ?Mühlenfließ“ begründeten keine neue Sachlage, sondern dienten lediglich der Information, dass die entsprechenden Wiesen ?als FFH-Gebiet ausgewiesen sind, stellte Nadine Becker klar.

1992 hatten sich die damaligen Staaten der EU verpflichtet, schützenswerte Flächen auszuweisen. Dies ist in einem mehrstufigen Verfahren bis 2004 unter Einbeziehung der Umweltbehörden auf Bundes-, Landes- und Kreisebene geschehen.

2005 wurden die FFH-Gebiete in den Amtsblättern veröffentlicht. Auch das Doberburger Mühlenfließ genießt seit dieser Zeit den Status. Im Mai 2009 ist der Naturschutzfonds mit dem Gebietsmanagement beauftragt worden. Dies wurde im September 2010 den Bürgern im Amtsblatt des Amtes Lieberose/Oberspreewald mitgeteilt.

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