„So lebe ich, lebst du, leben wir“ ist das diesjährige Motto. „Wir wollen zeigen, wie verschiedene Menschen leben, auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufmerksam machen“, erläutert Friederike Glorius den integrativen Gedanken. Die 21-Jährige gehört zum 30-köpfigen Team, das die unter Trägerschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Velten stehende Woche ehrenamtlich auf die Beine stellt. Ein Thema werde sein, „wie Kinder aufwachsen und welche typischen Speisen sie in unterschiedlichen Ländern zu sich nehmen“, sagt Steve Wetzel (27), seit Jahresbeginn Leiter des Organisationsteams.
Bevor am Montag, 9. Juli,  Fußball nicht nur mit, sondern in Bällen gespielt wird – Bubble-Soccer nennt sich der Spaß –, eröffnet ein Gottesdienst am Sonntag, 8. Juli, die Woche. Pfarrer Markus Schütte lobt die „hohe Professionalität“ der Organisation. Neben Klassikern der letzten 25 Jahre (der Rugbyclub bietet einen Workshop an, auf dem roten Sofa wird diskutiert, ein Ausflug führt in die Gedenkstätte Sachsenhausen), gibt es einige Neuheiten: „Mit dem Wikinger-Schach bringen wir etwas Pep rein“, so Jennifer Diehl (22), die mit der „MiPi-Woche“ (so die Abkürzung) groß geworden ist. Nach ihrem Studium werde sie sich etwas zurückziehen. „Das ist mein letztes großes, fettes Jahr“, sagt sie. Die Online-Arbeit (Instagram, Facebook) könne sie aber weiterhin betreuen.
Spiele, Schnitzeljagd, Trommeln, Trick- und Kinofilme, Zirkusschule, sportliche Aktivitäten, Theater-Workshop, Gipsmalerei – Zielgruppe sind Vorschüler und Kinder bis 13 Jahre. Um Jugendliche abzuholen, gibt es unter anderem ein Schmink-Tutorial und einen Selfie-Workshop. Der Fitness-Check soll die Jungs begeistern. „Aber es ist wirklich jeder willkommen“, betont Jennifer Diehl. Eng wird mit dem Hort und den städtischen Kitas zusammengearbeitet, Kinder aus den Flüchtlingsunterkünften in Stolpe-Süd und Bärenklau sind geladen. „Die Menschen sollen sich begegnen“, so Tatjana Stuchly (55) aus Hennigsdorf, die die Verbindung zu den Unterkünften herstellt. Yvonne Dossow ist zum ersten Mal bei der Organisation dabei. „Im vorigen Jahr habe ich reingeschnuppert“, so die 33-jährige Veltenerin. Besonders ihr Sohn (7) freut sich jetzt schon auf die bunte Woche voller Spiel, Sport und Spaß.
Das komplette Programm – alle Angebote sind kostenfrei – sowie die Elternerklärung für einige Ausflüge sind unter www.mixed-pickels.de zu finden.

Eingelegtes Gemüse trifft Jugendproblem


■ Die Initiativgruppe Mixed Pickels entstand 1992 infolge eines von der Evangelischen Kirchengemeinde Velten und der Stadtverwaltung organisierten Runden Tisches gegen Gewalt an Schulen.

■Erwachse und Jugendliche engagieren sich seitdem gegen Gewalt und Rassismus in Oberhavel. Zudem wird ein integrativer Gedanke verfolgt.

■Schwerpunkt ist die Durchführung der Mixed-Pickels-Woche, die sich als antirassistisches Sommervergnügen versteht. Beteiligt sind nicht nur Veltener, auch Geflüchtete aus den Unterkünften in Stolpe-Süd und Bärenklau werden involviert.

■Die jährlichen Kosten von rund 6 000 Euro werden durch die Stadt Velten, den Landkreis, den Landespräventionsrat sowie durch Spenden und Sponsoring aufgebracht.

■Der Name Mixed Pickels stammt von einer Schülerin. Er soll nicht nur an das eingelegte Gemüse (Mixed Pickles) denken lassen. Er ist auch eine kleine Reminiszenz an die Initiativ-Gründer: oftmals mit Pickeln geplagte Jugendliche. (win)