Dennoch sei es den Rechten, nach Angaben von Barthels gelungen, zwei große Banner, die am Bauzaun am Veltener Bahnhof hingen, verschwinden zu lassen. "Wir wissen nicht, wo sie sind, sie sind weg. Das muss zwischen 6.15 und 7.30 Uhr passiert sein", so Barthels Berechnungen. Es wurde eine Diebstahlsanzeige gestellt.
Gegen 10 Uhr trafen am Sonnabend die ersten rechten Demonstranten auf dem Weg nach Neuruppin am Veltener Bahnhof ein. Da die Rechten eine NPD-Kundgebung in Velten von 8 bis 23.59 Uhr angemeldet hatten, war vermutet worden, dass in Velten viele Nazis in den Zug Richtung Neuruppin umsteigen werden. Doch insgesamt sammelte sich nur eine kleine Gruppe von etwa 30 NPD-Anhängern in Velten. Von der JN wurde ein Stand am Bahnhofsvorplatz aufgebaut. Die Polizei sicherte den Bereich.
Nach Angaben der Bundespolizei kam es bei der Anreise in der Regionalbahn von Linken und Rechten bis nach Velten zu "keinerlei Vorkommnissen", so Meik Gauer von der Bundespolizei am Sonnabend-Mittag. Auch bei der Rückreise nach der Aktion in Neuruppin ist aus Sicht der Bundespolizei nichts passiert, sagte Gauer am Sonntag.
In Velten seien gegen 18 Uhr etwa 100 Personen, die der rechten Szene zugehörten, aus dem Zug von Neuruppin kommend in der Ofenstadt ausgestiegen. Zu einer Kundgebung, wie ursprünglich von der NPD angemeldet, sei es aber nicht gekommen. "Zu Fuß oder mit dem Pkw" löste sich die Gruppe "ohne jeden Vorfall" auf, so Polizeisprecher Toralf Reinhardt. Die Polizei war in Velten massiv vor Ort, da sie mit einem Marsch der Rechten durch Velten rechnen musste.
Auch das Bündnis "Oberhavel Nazifrei" war am Veltener Bahnhof präsent. Ihrem Aufruf folgten rund 50 Teilnehmer. Darunter Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner, SPD-Kollege Dirk Blettermann aus Oranienburg, Jörg Ditt von den Grünen, Mitglieder von der Initiativgruppe gegen Gewalt und Rassismus Velten und von Pro Velten. "Wir haben unsere Kundgebung um 18.10 Uhr für beendet erklärt", sagte Organisator Steffen Barthels.