"Fünf Interessenten haben sich schon angemeldet", sagt Juliane Schiplack. Insgesamt gibt es 15 Plätze im ersten Durchlauf. "Die Zielgruppe ist sehr weit gefasst", erklärt Svetlana Martin. Dazu gehören Studenten, Auszubildende, aber auch Alleinstehende, ältere Menschen oder Flüchtlinge. Für die Teilnahme gibt es keine bestimmten Voraussetzungen. Was Geflüchtete betrifft, kann Svetlana Martin aber sagen: "Es muss ein gewisses Deutsch-Niveau vorhanden sein." Der theoretische Teil findet voraussichtlich im Nachbarschaftstreff der Pur in der Albert-Schweitzer-Straße statt. Praktische Übungen werden in einer leeren HWB-Wohnung absolviert. "Die Teilnehmer sollen sich untereinander austauschen, deshalb ist es toll, wenn beim ersten Kurs auch erfahrene Mieter mitmachen und ihr Wissen an die Jüngeren weitergeben", sagt die Pur-Mitarbeiterin. "Noch gibt es die Möglichkeit, den Kurs mitzugestalten."
Wohnen ist kein Schulfach
Die Idee geht auf einen Kurs in der Volkshochschule Oranienburg zurück, den ein HWB-Mitarbeiter besucht hatte. Dabei konnte man einen sogenannten Wohnführerschein machen. Im Anschluss wurde die Idee an Juliane Schiplack herangetragen, die ein Konzept entwickeln durfte, gemeinsam mit Svetlana Martin. Die Teilnehmer werden zu "Wohnprofis" ausgebildet. Vom Begriff Wohnführerschein hat die HWB stattdessen Abstand genommen. "Das könnte missverstanden werden. Denn anders als beim Autoführerschein ist der Wohnführerschein kein Garant, um tatsächlich eine Wohnung zu bekommen", erklärt JulianeSchiplack. "Es könnte aber die Chancen auf eine Wohnung verbessern."
Beim Wohnprofi-Kurs soll es nicht nur darum gehen, wie man korrekt den Müll trennt, Löcher bohrt oder Elektrogeräte anschließt. "Wir wollen viele Hintergrundinformationen vermitteln, zum Beispiel, wie man Bafög oder Wohngeld beantragt", sagt Svetlana Martin. "Gemeinsam können wir bereits bestehende Mietverträge durchgehen und Fragen dazu klären." Ruhezeiten seien zum Beispiel ein Thema, mit dem viele jüngere Menschen wenig anfangen können. In Mietshäusern, in denen mehrere Generationen Tür an Tür wohnen, ist gegenseitige Rücksichtnahme wichtig für ein friedliches Zusammenleben. Die künftigen Wohnprofis sollen lernen, wie sich Stress und Ärger mit den Nachbarn, aber auch mit dem Vermieter vermeiden lässt. Wie muss ich mich im ersten Gespräch und später bei der Wohnungsübergabe verhalten? Welche Papiere sollte man bereithalten? Wie komme ich an meine Schufa-Auskunft? Der Wohnprofi-Kurs soll viele Fragen beantworten.
Konflikten vorbeugen
"Es kommt immer wieder vor, dass Interessenten mit Begriffen wie Mietkaution nichts anfangen können", berichtet Juliane Schip-lack aus Erfahrung. "Gerade jungen Leuten fehlt es bei der Anmietung ihrer ersten eigenen Wohnung oft am nötigen Wissen", kann auch HWB-Mitarbeiter Jörg Ramb bestätigen. "In diesem Jahr war der Wohnführerschein-Kurs der Volkshochschule Oranienburg wieder sehr gut besucht", sagt er. "Gemeinsam mit der Pur wollen wir jetzt auch in Hennigsdorf solche Kurse anbieten, allerdings nicht ausschließlich für Geflüchtete, sondern für alle." Die Teilnahme am Kurs ist kostenlos. Wenn alle 15 Plätze vergeben sind, wird ein Starttermin festgelegt.

Freie Plätze für Seminare


Der erste Kurs zum Wohnprofi soll Ende des Jahres starten. Noch gibt es freie Plätze. Das Angebot ist kostenlos und offen für jeden. Die Teilnehmer müssen nicht aus Hennigsdorf kommen.

Rollenspiele als praktische Übungen werden in einer leeren Wohnung der HWB durchgeführt. Der theoretische Teil findet im Nachbarschaftstreff der Pur in der Albert-Schweitzer-Straße statt.

Drei Seminare mit jeweils 90 Minuten gehören zu einem Kurs. Wieviel Miete kann ich mir leisten? Was sind meine Rechte und Pflichten? Um diese und weitere Fragen geht es im Wohnprofi-Kurs.

Interessenten können sich entweder bei Juliane Schiplack (HWB) unter 03302 868542 melden. Als zweite Ansprechpartnerin ist Svetlana Martin (Pur) unter 03302 49980802 zu erreichen. wol