„Beatles Tribute-Bands gibt es viele. Ich bin wirklich ein kritischer Hörer. Aber diese ist sehr nah dran. Das sind Vollblutmusiker“, sagt Ralf Pommer am Samstagabend in der Ofen-Stadt-Halle. Er kennt sich aus. Der Glienicker ist beinahe sein ganzes Leben Beatles-Fan und erkennt jedes noch so kleine Detail. So wie ihm geht es auch den anderen Besuchern der Show. Vor allem die Generation, die in der Jugend vom Beatles-Fieber erfasst war, kommt mit Neugier zum Konzert. Schon nach den ersten Stücken ist die Stimmung ausgelassen. „Die haben wirklich was drauf“, sagt ein Mann, während er in Luftgitarrensaiten greift. „Bravo Ringo“, ruft ein anderer. Hits wie „Help“, „Yesterday“ und „She loves you“ werden vom Publikum gefeiert. Es ist wie eine große Party.
„So was kann auch danebengehen. Aber das hier ist unglaublich“, freut sich Gisela Schelke. „Shake your body“, ruft Federico Franchi als Ringo Starr. Da muss keiner überredet werden. Und so reißt es ein auf den ersten Blick zurückhaltendes Publikum nach kurzer Zeit aus den Stühlen. Verblüffend dicht dran am Original ist die Musik, die Bewegungen sind täuschend echt. Wenn man Riccardo Bagnoli zusieht, wie er seine Lippen spitzt, den Kopf schüttelt, die Beine zusammen in den Knien federt, meint man, Paul McCartney in seinen frühen Jahren zu erleben. Der Sänger und Gitarrist, der in Italien aus Rundfunk und Fernsehen bekannt ist, erlernte für diese Rolle die Bassgitarre auch linkshändig zu spielen. Bis in die Feinheiten hat Beatbox die musikalischen Eigenheiten der Beatles einstudiert.
„Die Lautstärke ist genau wie sie sein muss“, erklärt Ralf Pommer. Er, Jahrgang 1961, war noch ein Kind, als seine großen Brüder die Beatles hörten. Das habe ihn geprägt und nie wieder losgelassen. Es habe keine Phase in seinem Leben gegeben, in der er die Beatles nicht gehört habe. Er kennt sich mit den Tribute-Bands aus, weiß um ihre Unterschiede, verfolgt die Tourdaten und legt auch weitere Strecken zurück, um ein Konzert zu erleben.
Wenn Ralf Pommer die Treppen seines Hauses in den Keller heruntersteigt, erwartet ihn sein eigenes kleines Museum, eine selbst geschaffene Beatles-Welt. Er hat alles gesammelt, und es kommt immer noch etwas dazu. „Die Familie lässt mich, aber sie teilt meine Leidenschaft dafür nicht“, erzählt er. Auch das Poster des heutigen Konzertes mit den Autogrammen von Beatbox wird im Kellerraum seinen Platz finden, kündigt er an.