Jetzt mehren sich die Stimmen aus der neuen Bildungseinrichtung, nicht wieder eine Oberschule zu eröffnen, sondern diese in eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe zu verwandeln. „Die Schülerzahlen steigen und steigen“, sagte Nicole Walter-Mundt (CDU) im Bildungsausschuss, „regelmäßig wurden und werden die Zügigkeit an den Gymnasien und Gesamtschulen erhöht, trotzdem konnten wir nicht jedem Schulkind einen Schulplatz in Wohnortnähe anbieten. Weite Fahrwege sind aber nicht hinzunehmen“, so Mundt weiter. Im Bildungsausschuss stieß ihr Vorschlag auf offene Ohren bei den Abgeordneten. Elke Bär von den Linken und auch Andrea Suhr (SPD) können sich eine Gesamtschule für Velten vorstellen. „Ich will aber keinen Schnellschuss“ sagte Suhr. Auch der Abgeordnete der Grünen, Andreas Wiersma, findet ein Gesamtschul-Modell gut. Entschieden ist damit aber noch nichts.
Bildungsdezernentin Kerstin Niendorf machte deutlich, dass im Kreistagsbeschluss „ganz bewusst“ steht, dass in Velten „eine weiterführende allgemeinbildende Schule“ entstehen soll. Ob es eine Oberschule oder Gesamtschule werden soll, ist damit noch nicht festgelegt. „Ich wollte mir die Option offenhalten“, so Niendorf. Allerdings sagte Niendorf auch, dass mit den geplanten Erhöhungen der siebten Klassen an vier Gymnasien für kommendes Schuljahr „die Kapazitäten in Oberhavel auskömmlich“ seien, „auch in der Perspektive“, wie ihr das Schulamt mitgeteilt habe.
Niendorf informierte die Mitglieder des Bildungsausschusses zudem auf ihrer jüngsten Sitzung über den Stand der Übernahmeabsichten von Oberschulen im Landkreis. Geplant ist, dass die Siemens-Oberschule in Gransee in Trägerschaft des Kreises übergehen soll. Da aber die Eigentumsverhältnisse  noch nicht endgültig geklärt seien, „ist ein Beschluss für den März-Kreistag nicht mehr möglich“, so die Dezernentin. Mit einem längeren Übernahmeprozess rechnet Niendorf auch für die Löwenberger Libertas-Oberschule. Das liegt an der besonderen Schulform. Zur Oberschule gehört ein Grundschulteil, der zusätzlich noch eine Filiale in Grüneberg hat. „Das gibt es in Oberhavel nur einmal“, sagte Niendorf. Jetzt sei sie mit dem Bildungsministerium in Potsdam im Gespräch, wie und in welcher Form ein Trägerwechsel möglich sei. Niendorf sprach sich dafür aus, den Grundschulteil ebenfalls mit zu übernehmen. (bu)