Die von Bombardier am Mittwoch in Stockholm vorgestellten Vorentwürfe zeigen eine Bahn, die statt der bisher üblichen vier nur noch drei Türen je Wagenseite aufweist. Außerdem rechnet man bei Bombardier damit, dass ein Großteil der Bahnen nicht mehr aus vier Viertel-, sondern aus zwei Halbzügen bestehen wird. Entsprechende Signale seien aus der Politik gekommen.
Eher futuristisch wirkend und modernen Fernzügen nachempfunden soll die Frontscheibe gestaltet werden. Deren Neigungswinkel wird einen eleganten Bogen beschreiben. Eine solche Lösung hat nicht nur ästhetischen, sonderen rein praktischen Wert. Bei Schneefall gleiten die Flocken an der Scheibe hinunter, statt wie bei den bisherigen Fahrzeugen anzuhaften. Für Bombardier ist dies nur ein Detail, mit dem die künftigen S-Bahnen ihre Wintertauglichkeit unter Beweis stellen sollen. In Hennigsdorf ist dafür ein spezielles Winter-Design entworfen worden, dass Erfahrungen aufgreift und spezifiziert, die Bombardier mit seiner in Schweden eingesetzten Fahrzeugflotte gewonnen hat. Dort müssen Stockholms U-Bahnen, aber auch Regionalzüge mit extremen Temperaturunterschieden und starkem Schneefall zurechtkommen.
Laut Bombardier steht das Bestreben, die Anfälligkeit der Züge im Winter zu minimieren, auf drei Säulen: Die Bahnen müssen nicht nur entsprechend konstruiert sein, sondern auch sorgsam gewartet werden. Zum Dritten hat der Streckenbetreiber dafür zu sorgen, dass auch die Gleis- und Stationstechnik für extreme Witterungen ausgelegt ist.
Mit dem vorgestellten Winterdesign und dem Nachweis praktischer Erfahrungen in Skandinavien will sich Bombardier einen strategischen Vorteil gegenüber der Konkurrenz bei der Ausschreibung der Berliner S-Bahn-Flotte erwerben. Diese wird für 2015 erwartet.