"Athletikübungen mit dem eigenen Körpergewicht sind möglich, Schattenboxen oder Übungen für die Beinarbeit auch", sagt Latzke. Einige Athleten hätten sogar einen eigenen Sandsack. Der Trainer gibt aber zu bedenken, dass nicht alle Sportler von ihren Fähigkeiten her so weit seien, um individuell zu trainieren. Der Veltener verzichtet aber noch aus einem anderen Grund darauf, Trainingspläne für zuhause zu erstellen. "Ob ich den mache oder nicht, ist egal. Das macht wenig Sinn, da der Mensch von Hause aus oft faul ist", scherzt Latzke. Jeder müsse für sich selbst entscheiden, ob er etwas machen will. "Entweder hat er die Einstellung und will in seinem Sport weiterkommen, oder eben nicht."
Der BCO-Trainer, der auch als Vereinschef fungiert, gibt zu bedenken: "In diesem Jahr wird für die Boxer nicht mehr viel passieren. Ich denke, dass wir uns vielleicht gegen Jahresende in der Halle wiedersehen." Daher seien seine Schützlinge gut beraten, das bislang Erlernte irgendwie in das individuelle Programm einfließen zu lassen.
Lothar Latzke selbst macht regelmäßig Sport – und betont, dass es ihm mit der plötzlich vorhandenen Freizeit sehr gut gehen würde. "Ob man es mir glaubt oder nicht: Ich fühle mich wohl. Ich kann derzeit wirklich gut Abstand nehmen."