Der 57-jährige gelernte Werkzeugmacher braucht nur einen Satz, um seine Firmenphilosophie zu beschreiben: "Wir sind Dienstleister und Vollsortimenter von einer großen Reihe von Dingen, die man im Arbeitsalltag um sich hat und nutzt." Müllers zwölfköpfige Mannschaft besorgt alles, was das Leben im Büro ausmacht. Und das reicht vom Bleistift bis zum komplett eingerichteten Arbeitszimmer.
In historischem Gemäuer
Wer sich in den alten Räumen umschaut und die neueste Computer- und Druckertechnik sieht, staunt, welche Probleme vor einem Vierteljahrhundert das Arbeiten erschwerten. Müller erinnert sich, dass die Telekom 1995 nicht fähig gewesen sei, einen Telefonanschluss zu legen. "Mit meinem Funktelefon hat die Minute damals 1,20 Mark gekostet", erinnert er sich.
In die alte Feuerwache kommen Kinder, die zu Weihnachten den selbstgefertigten Kalender für die Oma drucken lassen wollen ebenso wie die Abteilungsleiter großer Firmen. "Wir haben die gesamte technische Dokumentation für die Metro im chinesischen Guangzhou vervielfältigt. Das waren Lkw voll", erinnert er sich an den ersten Großauftrag, der von der AEG (heute Bombardier) kam. Eine richtig große oder besser: lange Nummer war das Übertragen eines alten Landschaftsplans von Lenné auf ein Format von 90 mal 30 Meter. Ausgerollt im Park von Schloss Charlottenburg, konnten so vor Ort alle Koordinaten übertragen werden, um die Anlage originalgetreu erstehen zu lassen.
Getreu dem Motto "Billig kann jeder" setzt Dirk Müller auf gründliche Beratung und Verlässlichkeit sowie eine Prise Fantasie bei der Planung von Büroräumen: "Wenn das Produkt ordentlich werden soll, muss das auch bezahlt werden", zeigt er sich selbstbewusst. "Ein Tisch, ein Stuhl, ein Schrank", beschreibt Müller das, was vielen in den 1990er-Jahren als Büroausstattung genügte. Wer heute Kunden überzeugen wolle, müsse mehr bieten. Etwa einen faltbaren Tisch, auf dessen Oberfläche geschrieben werden kann. Oder Schränke, die Lärm schluckende Türen besitzen.
Geschäftsmann Dirk Müller ist nicht der Typ, der schnell jammert. Aber er räumt ein, dass Corona auch seiner Firma geschadet hat. So wurde ihm ein Großauftrag fürs Outlet-Center an der B5 wieder aus der Tasche gezogen. In Zeiten der Not werden aber auch neue Ideen geboren. Für den zu Pandemie-Beginn mit der Firma Flamm Syscomp entwickelten Edelstahl-Türklinkenaufsatz lief sogar schon eine Bestellung vom Tegernsee ein.