Drogenkuriere aus Berlin erschließen sich offenbar neue Territorien. Am Donnerstagabend (19. Januar) wurde erstmals der Fahrer eines sogenannten Drogentaxis in Oberhavel festgenommen. Der Zugriff erfolgte in Velten.
Dass der Polizei gegen 20.45 Uhr im Bullenwinkel in Velten der Zugriff gelang, ist der Aufmerksamkeit einer Zivilstreife aus Berlin zu verdanken. Den Beamten war ein Fahrzeug „aufgrund der rasanten Fahrweise aufgefallen“, berichtet Stefan Petersen-Schümann von der Pressestelle der Polizei in Berlin. Die Fahnder stellten zudem fest, dass der Fahrer des Wagens häufiger kurz anhielt. Dabei habe sich der Mann „auffällig verhalten“. Der Polizeisprecher schließt nicht aus, dass die Beamten schon zu diesem Zeitpunkt den Eindruck hatten, dass der Fahrer telefonisch bestellte Drogen auslieferte. Offenbar reichten die Beobachtungen aber für einen erfolgreichen Zugriff noch nicht aus.

Drogendeal-Treffpunkt für eine Flucht ideal gelegen

Der gelang dann im Bullenwinkel von Velten, also direkt an der zur Flucht idealen Kreuzung von Breiter Straße und Poststraße. Zwar waren mittlerweile die Kollegen der Polizeiinspektion Oranienburg über den die Landesgrenze überschreitenden Einsatz bereits informiert worden. Doch der Zugriff erfolgte durch die Berliner Polizei.
Für die Kollegen aus Oberhavel war es das erste Mal, dass im Landkreis der Fahrer eines Drogentaxis auf frischer Tat gestellt wurde. Laut Berliner Polizei agieren diese zwar vorrangig in der Hauptstadt. „Sie machen aber an Landesgrenzen auch nicht halt“, fügt der Sprecher hinzu.

Dealer und Käufer polizeilich einschlägig bekannt

Bei der Festnahme stellte sich heraus, dass sowohl der Drogenverkäufer als auch sein Kunde polizeilich einschlägig bekannt sind. Während der 24-jährige Fahrer vorläufig festgenommen wurde, konnte der 19-jährige Mann aus Hennigsdorf nach Aufnahme seiner Personalien wieder gehen.
Ausgesprochen erfolgreich waren die Beamten bei dem Durchsuchen des Autos. So wurde Bargeld im unteren vierstelligen Bereich in szenetypischer Stückelung gefunden. Zudem stießen die Beamten auf weitere Drogen. Zwar steht die genaue Untersuchung der Betäubungsmittel noch aus. Nach ersten Erkenntnissen soll es sich aber um Kokain handeln. Im Drogentaxi fanden sich auch noch Eppendorfer Röhrchen. Das sind kleine Gefäße mit Schnappdeckel, die eigentlich für Labore gedacht sind. In der Drogenszene werden sie allerdings gern als Verpackung für Drogen genutzt.
Der Drogenkurier ist auf Anweisung der Staatsanwaltschaft mittlerweile wieder auf freiem Fuß. Gegen die beiden Männer wird ermittelt. Vorwurf: Handel und Besitz von Drogen.