Nach Auskunft der Riva-Geschäftsführung haben die Funken "rasant und nicht aufzuhalten das wabenartige Innenleben des doppelten Kühlturms entzündet und dieses vollständig zerstört". Ein Übergreifen auf weitere Kühltürme habe die Feuerwehr verhindern können. Damit sei ein weitaus größerer Schaden vermieden worden. Während Riva keine Schadenssumme benennt, spricht die Polizei von zirka 100 000 Euro.
Derzeit ruht im Stahlwerk die Arbeit für drei Wochen. Riva teilte mit, dass eine dreiwöchige Großreparatur durchgeführt werde. Nun kommt weitere Arbeit hinzu: "Unsere Fachleute prüfen und bewerten jetzt die technischen Möglichkeiten, um die Produktion ab dem 20. Juli wie geplant aufnehmen zu können", teilte die Chefetage mit. Indirekt wird damit angedeutet, dass zumindest Teilausfälle der Produktion als nicht unwahrscheinlich gelten. Nicht beantwortet wurde die Frage, welche Auswirkungen die Folgen des Brandes für die Belegschaft haben könnten. Auch der Betriebsrat zeigte sich ausgesprochen kurz angebunden. Ehe eine dementsprechende Frage überhaupt formuliert werden konnte, wehrte Betriebsrat Hans-Jürgen Spitzer bereits ab: "Ich sage Ihnen gar nichts und wünsche ein schönes Wochenende."
Die Folgen des Brandes dürften die Probleme bei Riva verschärfen. Ein Drittel der Belegschaft befindet sich seit April in Kurzarbeit. Das Stahlgeschäft leidet unter Auftragsrückgang und Billigimporten. Zumindest zu Beginn war Corona nicht der Auslöser für die Kurzarbeit.