In neun von zehn Fällen müsse man die Jungs nach einem Probetraining wieder nach Hause schicken, sagt Oliver Schirrmacher. Es reiche sportlich einfach oft nicht. Bei Tristen Johnny Wilson ist das jedoch anders. Er sei genau dieser eine Spieler, den der SC Oberhavel Velten in diesem Moment brauche. Genau aus dem Grund sprechen Coach Oliver Schirrmacher und Kevin Köhn von der Sportlichen Leitung des Vereins auch eine Sprache, wenn sie den kanadischen Neuzugang als einen „Glücksgriff“ bezeichnen.

Starke Physis des Kanadiers Wilson

Maximilian Scheel stellte vor einigen Wochen Wilson den Veltenern vor. „Er hat dann sofort überzeugt“, sagt Köhn. „Tristen ist ein äußerst quirliger Spieler, der stark über die Physis kommt.“
Mit diesem Transfer hat der SCO nicht nur den eigenen und besonders zum Saisonstart recht heftigen personellen Engpass etwas mildern, sondern sich auch nach eigenen Angaben qualitativ noch einmal unverhofft verstärken können. „Denn gerade offensiv hatten wir noch Nachholbedarf. Jetzt haben wir einen sehr schnellen Spieler dazugewonnen, der die gegnerische Abwehr unter Druck setzen und sie dadurch auch in Bedrängnis bringen kann“, sagt Oliver Schirrmacher.

Aufenthaltsgenehmigung bis Sommer 2021

Zu sehen waren die Fähigkeiten von Tristen Johnny Wilson zuletzt im Lokalderby, als er die Defensivreihe des gastgebenden FC 98 Hennigsdorf mehrfach vor große Herausforderungen stellte. Am Wochenende davor hatte der 23-Jährige sogar erstmals mit einem Tor auf sich aufmerksam machen können, auch wenn das Heimspiel gegen Fortuna Babelsberg nach der Pause nicht mehr angepfiffen und damit abgebrochen worden war.
Tristen Johnny Wilson hat aktuell eine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland bis zum Sommer 2021. „Er ist natürlich zeitlich begrenzt hier, wird uns aber wohl trotzdem eine ganze Saison zur Verfügung stehen“, sagt Schirrmacher. Den Stürmer auf die Spielberechtigungsliste zu bekommen, sei glücklicherweise überhaupt kein Problem gewesen. „Vom Kanadischen Verband gab es rechtzeitig eine Antwort.“

Gespräche im Team auf Englisch

Für Veltens Trainer wichtig: Tristen Johnny Wilson brachte noch einmal einen frischen und vor allem anderen Wind ins Team. „Die Truppe macht es ihm sehr einfach, sich zurechtzufinden. Er ist aber auch einfach ein super Kerl. Tristen soll logischerweise Deutsch lernen. Wir sprechen aber hauptsächlich auf Englisch mit ihm, und das macht jedem von uns unwahrscheinlich viel Spaß.“ Vor allem, weil Fußball sprachlich gesehen doch sehr spezifisch sei. Da könne aus dem klassischen Ballfestmachen schon auch mal „hold the ball“ werden, sagt Oliver Schirrmacher mit einem Lachen.