In der Hennigsdorfer Kita „Pünktchen und Anton“ sind ein Erzieher und ein Kind an Hepatitis A erkrankt. Das teilte Stadtsprecherin Andrea Linne am Freitag, 16. Dezember, mit.
Inzwischen ist bekannt, wie die Infektionskrankheit in die Einrichtung kam. Nun sind die Eltern von 41 Kindern, die die Kita besuchen, gefordert. Hepatitis A ist eine Leberentzündung, auf die Menschen unterschiedlich reagieren.

Infektion in Pakistan eingefangen

„Die Infektionskrankheit kam offenbar durch eine Patientin, die in Pakistan weilte, in die Einrichtung“, informierte Andrea Linne in einer Mitteilung. Das hätten das Gesundheitsamt Oberhavel gemeinsam mit der Kita-Leitung herausgefunden. Die betroffene Frau hat drei Kinder, zwei davon besuchten die Kita in Hennigsdorf.
Nachdem die Hennigsdorferin Symptome, die auf die Infektionskrankheit Hepatitis A hindeuteten, aufwies, sei für beide Kinder der Frau ein Besuchsverbot der Kita bis zunächst 23. Dezember ausgesprochen worden. Da ein Erzieher dieser Kinder fast zeitgleich mit der Mutter erkrankte und ebenfalls Symptome aufwies, seien Lebensmittel als Infektionsquelle ausgeschlossen und weitere Untersuchungen angestrengt worden. „Eines der Kinder der betroffenen Mutter wurde daraufhin positiv getestet – fast symptomfrei“, teilte Andrea Linne weiter mit.

Jetzt sind die Eltern gefordert

Die Stadt Hennigsdorf und das Gesundheitsamt klärten alle Eltern der Kita über das Geschehen auf. In einigen Kita-Gruppen wird aktuell eine Notbetreuung sichergestellt beziehungsweise betreuen Eltern die Kinder privat. Am kommenden Montag, 19. Dezember, sollen Eltern Stuhlproben ihrer Kinder in der Kita abgeben.
Hier liegt die Leber: Das Organ ist unverzichtbar und erfüllt viele lebenswichtige Aufgaben.
Hier liegt die Leber: Das Organ ist unverzichtbar und erfüllt viele lebenswichtige Aufgaben.
© Foto: Zacharie Scheurer/dpa
Betroffen sind nach Angaben der Stadt 41 Kinder und vier Erzieherinnen und Erzieher. Die Befunde, so das Gesundheitsamt in Oranienburg, würden Mitte kommender Woche erwartet.
Kinder, die aktuell unter Durchfall, Fieber und Erbrechen leiden, werden durch das Kita-Personal nach Hause geschickt. Doch die Krankheit ist tückisch. Viele Kinder haben bei Hepatitis A auch gar keine Symptome, können dennoch aber die Infektion übertragen.
„Das Gesundheitsamt und die Stadt Hennigsdorf hoffen nun, die Infektionskette durchbrechen zu können. Effektive Händehygiene, gründliches Händewaschen nach jedem Stuhlgang und vor dem Zubereiten von Mahlzeiten sind dazu nötig“, klärt die Stadtsprecherin auf. Auch Papierhandtücher und Hand-Desinfektionsmittel, die die Viren lahmlegen, empfehlen Fachleute.

Die Krankheit Hepatitis A

Hepatitis A ist eine Leberentzündung, die durch Viren, Bakterien oder auch Lebensmittel wie Speiseeis oder Gemüse verursacht wird.
Die Erkrankung heilt nach Angaben der Hennigsdorfer Stadtverwaltung meist von allein wieder ab, kann aber auch schwere Verläufe hervorbringen.
Zwei bis vier Wochen dauert die Ansteckung.
In vielen Fällen färbt sich der Urin dunkel, der Kot hell.
Wer an Hepatitis A erkrankt, kann folgende Symptome aufweisen: Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Eine Impfung kann vor einer Ansteckung mit Hepatitis A schützen.
Wer einmal an Hepatitis A erkrankt war, behält nach Angaben des Fachmagazins Apotheken-Rundschau lebenslang eine Immunität gegen das Virus.