"Achtung Mäharbeiten!" Die Warnschilder am Ende des Drosselwegs in Stolpe-Süd kündigen professionelle Grünpflege an, ebenso wie die großen Gartenscheren, Rasenkantenschneider und Torsten Kochs leuchtend orange Arbeitshose. Im Auftrag der Stadt Hennigsdorf mäht der Trupp hier Unkraut und schneidet die übermäßig sprießenden Robinien zurück. Aber Koch sowie seine Kollegen Gary Franke und Jörg Mehland sind keine städtischen Angestellten. Sie sind über die Maßnahme zur "Förderung von zusätzlichen Arbeitsverhältnissen" der ABS beschäftigt.
Seit einem guten Jahr bietet die Hennigsdorfer Trägergesellschaft das Projekt "Perspektive Job" an; Mehland etwa hat gerade Anfang des Monats die Möglichkeit genutzt, um ein zweites Jahr zu verlängern. Danach sollen die Langzeitarbeitslosen auch wieder einen Job auf dem "Ersten Arbeitsmarkt" finden können - ohne die Subventionen des Jobcenters. Das trägt derzeit 65 bis 75 Prozent ihrer Lohnkosten. Den Rest zahlen die Kommunen der Arbeitsmarktinitiative Oberhavel-Süd (AMI), wo die Trupps der ABS Grünflächen mähen, Wege säubern oder auch mal in Vertretung eines kranken Hausmeisters die Mülltonnen rausbringen.
Aber immer nur auf "vergessenen Flächen" wie hier am Rande des Friedhofs, betont Claudia Grünefeldt, die die Maßnahme koordiniert: "Wir nehmen keinem Festangestellten die Arbeit weg."
Trotzdem sei die Kooperation für die beteiligten Kommunen nützlicher als ähnliche Ansätze im Rahmen der Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung (MAE) - als "Ein-Euro-Jobs" bekannt. Auch von diesen Maßnahmen habe er schon etliche mitgemacht, sagt Torsten Koch. Aber statt nur eine Stelle in Hennigsdorf zu pflegen, kommen seine Kollegen und er jetzt im ganzen Altkreis herum - je nach Bedarf. Dirk Asmus, Leiter des Fachdiensts Öffentliche Anlagen im Hennigsdorfer Rathaus, ist jedenfalls sehr zufrieden mit den Arbeitsergebnissen: "Die sind eine große Unterstützung für uns."
Mit der wichtigste Unterschied für die Projektteilnehmer sei aber, laut Jörg Mehland: "Es gibt mehr Geld." Die meisten seien zum ersten Mal seit Jahren wieder sozialversicherungspflichtig beschäftigt, sagt Koordinatorin Grünefeldt. Sie sei sich sicher, dass das ihren insgesamt 14 Beschäftigten auch einen ordentlichen Schub Selbstbewusstsein gibt - und natürlich eine bessere Position bei Bewerbungen. Zwei Teilnehmer des Programms haben schon eine unsubventionierte Stelle gefunden - bei einer Reinigungsfirma.