Aufgrund der politisch aufgeheizten Stimmung in Berlin tagte die Nationalversammlung bis September 1919 im thüringischen Weimar. Von Anfang an saßen rechte und linke demokratiefeindliche Parteien in den Parlamenten. Als Ende Februar 1920 Militäreinheiten aufgelöst werden sollten, marschierte die 2. Marine-Brigade in der Nacht vom 12. auf den 13. März 1920 – von Freitag auf Samstag – von Döberitz (Havelland) mit dem Ziel nach Berlin, die Regierung zu stürzen. Nachdem die Besetzung des Regierungsviertels und die Machtübernahme ruhig verliefen, kam es an den Folgetagen zu Gefechten mit wahrscheinlich über hundert Toten. General Walther von Lüttwitz führte die Umstürzler – mit Unterstützung von General Erich Ludendorff – an. Der dem Putschversuch den Namen gebende Generallandschaftsdirektor Wolfgang Kapp spielte eher eine Nebenrolle.
Es blieb beim Putschversuch. SPD und Gewerkschaften riefen zum Generalstreik auf, der sich zum größten Streik in der deutschen Geschichte entwickelte und dem sich eine taktierende KPD erst am Folgetag anschloss. Der größte Teil der Regierung entzog sich durch Flucht nach Stuttgart der Verhaftung und blieb so handlungsfähig.
Unmittelbar nach Bekanntwerden des rechtsgerichteten Militär­putsches bildeten sich aus der Arbeiterschaft heraus Aktionsausschüsse und Arbeiterwehren. Obwohl die drei Linksparteien – SPD, USPD und KPD – tief zerstritten waren, führte der Putsch sie noch einmal zusammen. Bei der Erstürmung von Kasernen durch Arbeitergruppen wurden Waffen, Handgranaten und Munition erbeutet. Diese sollten in den folgenden Tagen und Wochen zum Einsatz kommen.
Auch in Spandau und Tegel wurde am Samstag, 13. März 1920, der Generalstreik ausgerufen. Alle Räder standen still. In Spandau kam es am Sonntag zu einer Massenkundgebung, die ruhig verlief. Erst am Montagnachmittag (15. März) gab es bei Zusammenstößen in der Neustadt erste Tote. Am Askanierring befand sich die Pionierkaserne, die von starken Polizei- und Militärkräften abgeriegelt wurde, die den Demonstrationszug stoppen und zerstreuen wollten.
Erste Todesopfer
Unter den ersten Toten waren drei Frauen. Die 26jährige Tischlerwitwe Minna Lindt, die im Demonstrationszug mitlief, und die 25jährige Frieda Thiele, die am Straßenrand stand, wurden durch Schüsse getötet. Die 60-jährige Franziska Gerber starb durch einen Querschläger in ihrer Wohnung. Am darauffolgenden Dienstag und Mittwoch gab es weitere schwere Zusammenstöße mit Toten und Verletzten auf beiden Seiten, hauptsächlich in der Schönwalder Straße. In Spandau starben zwischen dem 15. und dem 19.­ März 13 Menschen. Darunter befanden sich neun Zivilisten – vier Frauen und fünf Männer – sowie vier Soldaten des Spandauer Pionierbataillons.
In Tegel gab es am Mittwochabend (17. März) die ersten Toten, als in der Berliner Straße der Tegeler Schlosser und SPD-Gemeindevertreter Wilhelm Witzke und der Arbeiter Otto Grötchen durch Handgranaten, die aus einem Militärauto geworfen wurden, ums Leben kamen. Eine weitere Person wurde am Folgetag in Tegel, eine vierte in Reinickendorf erschossen. Die Sicherheitspolizei patrouillierte in Tegel und bis an die Havelbrücke bei Neubrück, also direkt vor Hennigsdorf.
Wie in vielen Städten und Gemeinden mit zahlenmäßig starker Arbeiterschaft bildete sich auch in Hennigsdorf am ersten Tag des Putsches ein Aktionsausschuss aus Vertretern der drei sozialistischen Parteien. Zu den Angehörigen der AEG-Fabriken und des Stahlwerks gesellten sich Arbeiter aus Tegel und Spandau. Die Gasanstalt stellte am 14. März die Produktion ein. Die Schulkinder wurden am Montag mit den Worten, "Heute ist keine Schule, heute ist Krieg!", wieder nach Hause geschickt. Teile der Arbeiterschaft bewaffneten sich, unter anderem mit konfiszierten Gewehren des Kriegervereins, die im noch heute im Wald liegenden Forsthaus Blockbrück lagerten, und bewachten die Ortszufahrten. Im Gegenzug organisierten sich auch die eher rechtskonservativ gesonnenen Bauern in Bötzow, Marwitz und Stolpe. Sie schlugen Angehörige der Arbeiterwehr in die Flucht, die auf ihren Gehöften mit Waffengewalt Lebensmittel erbeuten wollten. In Hennigsdorf blieb es noch ruhig. Das sollte sich in den Folgetagen ändern.

Gegen die Republik

Nur vier Tage dauerte der Kapp-Putsch, der am 13. März 1920 mit dem Marsch der Brigade Ehrhardt auf Berlin begann. Am 17. März war der gegen die Republik gerichtete Putsch niedergeschlagen.

Die Putschisten wollten einerseits die Weimarer Republik beenden, andererseits entlud sich in dem Putsch der Frust tausender Soldaten. Der konkrete Auslöser war die Order von Reichswehrminister Gustav Noske (SPD) vom 29. Februar, die Marinebrigade Erhardt aufzulösen. Damit sollte die Forderung des Versailler Friedensvertrags eingelöst werden, die Marine auf 15 000 Mann zu beschränken.

Neben Wolfgang Kapp waren es Walther von Lüttwitz und Erich Ludendorff, die den Aufstand anführten. Letzterer würde sich gut drei Jahre später am Putsch von Adolf Hitler in München beteiligen.

Die Koalitionsregierung von SPD, Zentrum und liberaler DDP floh aus Berlin. Die meuternden Truppen proklamierten Kapp zum Reichskanzler.

Wesentlich beeinflusst durch den Generalstreik, der als größter der deutschen Geschichte gilt, wurde der Putsch niedergeschlagen. rol