Die Kriminalstatistik für Velten für das Jahr 2019 hat Hennigsdorfs Wachenleiter Stefan Boye im Ordnungsausschuss vorgestellt. Ein heißes Pflaster ist Velten demnach nicht. Die Zahl der Straftaten ist zurückgegangen. Im Jahr 2018 waren 931 Fälle erfasst worden, 2019 betrug die Zahl 790.

Auch versuchte Straftaten sind dabei

Die Zahlen, die Boye präsentierte, bezogen sich auf die Ausgangsstatistik, das bedeutet: sie verzeichnen nicht den Eingang des Falls, sondern dessen Ausgang, wenn das Delikt an die Staatsanwaltschaft abgegeben wurde. „Das kann eine Woche dauern oder auch drei Jahre“, erläuterte Stefan Boye. Es sind auch versuchte Straftaten dabei, bei denen die Täter auf frischer Tat ertappt wurden oder die vereitelt worden sind.

Diebstahl ist das häufigste Delikt

Wie immer rangieren Diebstähle an erster Stelle. Sie machen mit 267 Taten etwa ein Drittel aller Delikte aus. Verbrechen gegen das Leben landeten 2019 keine bei der Staatsanwaltschaft, gegen die sexuelle Selbstbestimmtheit waren es 15. Häusliche Gewalt wurde 30 Mal angezeigt. Zudem wurden 120 Körperverletzungen und andere Rohheitsdelikte wie Raub gemeldet, in dieser Hinsicht war es ein durchschnittliches Jahr. Sechs sogenannte besonders schwere Diebstähle aus Wohnungen und Häusern, also Einbrüche, hat es gegeben. Sieben Kraftfahrzeuge, darunter auch Elektroroller, wurden entwendet.

„Geschenkbänder“ als Fahrradschloss

37 Mal (im Jahr zuvor 21 Mal) wurde etwas aus Autos oder Transportern gestohlen, darunter häufig Werkzeuge, aber auch Kennzeichendiebstähle. „Wir gehen davon aus, dass es professionelle Tätergruppen sind, sofern gleich ganze Straßenzüge betroffen sind“, sagte Boye auf eine Nachfrage von Axel Jakobeit (Pro Velten), ob dahinter organisierte Kriminalität stecke. 25 Mal brachen Diebe in Büros ein.
36 gestohlene Fahrräder wurden gemeldet. Allerdings sei die Dunkelziffer hier sicher sehr viel höher, vermutete Boye. Er beobachte oft, dass eher „Geschenkbänder“ um die Fahrräder befestigt würden, die die Bezeichnung „Schloss“ nicht verdient hätten.

Die Hälfte der Taten wird aufgeklärt

„Die Straftaten sind damit nicht nur leicht rückläufig, es ist schon ein erheblicher Rückgang um etwa 15 Prozent“, zog Stefen Boye ein positives Fazit. Etwa die Hälfte aller Straftaten würden aufgeklärt. Aus der Statistik sei jedenfalls nicht zu belegen, dass Velten etwa ein besonderes Problem in irgendeine Richtung habe, so Boye.
Die Gruppe der Erwachsenen macht den größten Teil der Delinquenten aus. Der Anteil der Nicht-Deutschen liegt wie in den Vorjahren bei 20 Prozent.

Auswirkungen von Corona erwartet

Corona werde sich schon etwas auswirken, sagte Stefan Boye auf Nachfrage für die nächste Statistik voraus. „Auseinandersetzungen zumindest auf der Straße sind rückläufig. Das spiegelt sich sicher in der Statistik wieder“, sagte er. „Straftaten gegen die Eindämmungsverordnung wird es aber auch geben.“
Hochgerechnet auf jeweils 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner kommen auf Velten 6.603 Straftaten. Das ist etwas mehr als durchschnittlich auf den ganzen Kreis Oberhavel bezogen, wo die Zahl 5.945 ist. In Berlin liegt die Kriminalitätshäufigkeit bei 14.600 pro 100.000 Menschen.