Wegweiser erleichtern die Orientierung. Im Harz, der sich bestens zum Wandern eignet, ist eine korrekte Ausschilderung unverzichtbar, will man sich nicht in dunklen Wäldern verirren. Manche Wegweiser überraschen allerdings. Als Beispiel sei das kleine Harz-Örtchen Straßberg erwähnt.

Information auf Gleis 1

Eigentlich ist das Dorf mit 583 Einwohnern gut zu überschauen. Und auch der Bahnhof ist mit einem Blick erfasst. Am Haltepunkt der kleinspurigen Selketalbahn hält das historische Stahlross namens Dampflokomotive immer auf Gleis 1. Andere gibt es auch gar nicht, verrät der Fahrplan.

Überraschender Fund

Wer dort aussteigt, der stolpert fast über einen rustikalen Wegweiser. An einem sich teilenden Baumstamm lässt sich auf hölzernen Tafeln ablesen, wie weit es nach Heidelberg, Baden-Baden oder Berlin ist. Auch die Entfernung zum Hausmeister ist angegeben: Sie beträgt ganze 75 Meter. Das Erstaunliche aber: Unter dem Hausmeister-Schild ist ein Täfelchen Hennigsdorf gewidmet. Wer vom Harzflecken Straßberg in die einstige Stahlstadt will, muss 250 Kilometer zurücklegen. Nach Berlin ist es übrigens demnach erstaunliche 16 Kilometer weiter.

Heimliche Liebe zu Hennigsdorf?

Die 75 Meter zum Hausmeister kann ein brandenburgischer Harzwanderer natürlich locker zurücklegen. Nur war dieser leider nicht im Dienst. Sonst hätte sich vielleicht auch klären lassen, welchen Harzer eine derart sehnsüchtige Liebe mit Hennigsdorf verbindet, dass ihm diese eine solche Tafel wert ist.