Bereits seit Mai wird in der gläsernen Milchmanufaktur, in der Besucher vom ersten Stock aus die Produktion verfolgen können, Milch verarbeitet. Rund um die Produktionshalle aber befand sich eine Baustelle. Verschwunden ist jetzt auch der Verteilerkasten der Telekom, der eineinhalb Jahre die Einfahrt zur Milchmanufaktur versperrte.
Insofern konnte Kirsten Böhmann den ersten Tag des Eröffnungswochenendes trotz des Rummels entspannt angehen. Manche Kunden dürften erstaunt geschaut haben, dass sie nicht nur auf die vor Ort produzierten Käse schauen und das Milchsortiment in Augenschein nehmen konnten. Was Böhmann als "unser kleines Bio-Sortimen" nennt, umfasst gut 399 Artikel, die fast das gesamte Lebens- und Genussmittelsortiment abdecken. Dazu kommt eine kleine Auswahl an Naturkosmetik. Die Produkte kauft Böhmann an. "Unser Berliner Großhändler Terra holt jeden Tag unsere Produkte ab und bringt uns das, was wir nicht produzieren", beschreibt die Mitinhaberin der Molkerei diesen Kreislauf.
Mittlerweile sind es 25 Mitarbeiter, die im Zwei-Schicht-System die Milch verarbeiten, die die hauseigenen 200 Kühe in Wiebendorf (Mecklenburg) geben. Dazu liefern 18 Landwirte Milch von Kühen, Schafen und Ziegen. Bislang sind die Produktionsstrecken noch längst nicht ausgelastet. Aber es geht voran. Lag die Auslastung zum Start bei zehn Prozent, ist sie mittlerweile auf ein Drittel gestiegen. "In zwei Wochen beginnen wir mit der Becherabfüllung", schaut die Milchspezialistin voraus. Dann werden auch Joghurt, Sahne und Buttermilch produziert.
Mittlerweile prangt bereits auf Milchflaschen bei Rewe die Aufschrift "Luisenhof Milchmanufaktur". Edeka listet die Butter. Auch mit den Bio-Supermarktketten Bio Company und Basic gibt es Lieferverträge. "Wir bauen die Produktion langsam auf", hat sich Böhmann vorgenommen. Zurzeit sei der Milchmarkt ziemlich gesättigt. Andererseits kann sie die Tatsache beruhigen, dass der Bio-Markt in Berlin und dem Speckgürtel ein wachsender ist. "Ökologische Landwirtschaft hat in jeglicher Hinsicht Zukunft", meint sie. Dennoch habe in Brandenburg lange Zeit die Fläche des Bio-Anbaus stagniert. "Hoffentlich tut sich da jetzt etwas", wünscht sich die Unternehmerin mit Blick auf die neue Landesregierung und speziell den grünen Umweltminister Axel Vogel. Sie selbst und die Mitinhaber Hubert Böhmann sowie Michael Müller wichen 2016 nach Mecklenburg aus, um dort eine konventionelle Landwirtschaft in einen Öko-Betrieb zu verwandeln. Wo einst Mais wuchs, grasen jetzt Kühe auf ökologisch zertifizierten Wiesen. Böhmann möchte nicht nur das Gras, sondern auch ihre Schaumolkerei wachsen sehen. Perspektivisch plant sie, die Zahl der Mitarbeiter auf 35 zu erhöhen.

Zum Start am Wochenende geöffnet


Der Luisenhof Milchladen befindet sich zwischen Hennigsdorf und Velten direkt am Eingang zum Businesspark. Die exakte Adresse lautet Parkallee 1. Kundenparkplätze sind vor Ort vorhanden.

Geöffnet ist werktags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 14 Uhr. Zur Eröffnung ist an diesem Sonnabend von 10 bis 17 Uhr, am Sonntag von ­10 bis 13 Uhr geöffnet. rol