Zu den Faktoren, die den Beitrag sinken lassen, gehört das Kindergeld. Bislang wurde es bei der Gebührenberechnung berücksichtigt. „Wir haben über die Stadtgrenzen geschaut und festgestellt, dass die meisten Kommunen dies nicht mehr einbeziehen“, begründete Kita-Fachbereichsleiterin Marina Schulz den Schritt. Außerdem wird künftig in der Eingewöhnungsphase der erste Monat nur noch zur Hälfte berechnet. Einen Extrabonus bekommen die Eltern, deren Kinder die Kita Schmetterling besuchen. Für das dortige kleine Schwimmbad sind bislang 2,56 Euro pro Monat zu zahlen. Auch darauf wird ab 1. August verzichtet.
Schließlich können die Eltern künftig auch variabler die Betreuungszeiten wählen. Bislang galten in den Kitas der Zwei-Stunden-Rhythmus, künftig kann ein 60-Minuten-Takt gewählt werden. Ein Beispiel: Wer bislang sein Kind sieben Stunden im Kindergarten hatte, musste den Beitrag für acht Stunden zahlen. Künftig werden nur die Kosten für sieben Stunden fällig. In den Horten war die Staffelung bisher in 90-Minuten-Intervalle aufgeteilt, auch hier gilt künftig der Stundentakt.
Heraufgesetzt wird auch das Einkommen, bis zu dem nur der Mindestbetrag zu zahlen ist. Bisher lag die Grenze bei einem Jahreseinkommen von 14 000 Euro, künftig werden es 15 000 Euro sein.
Im Gegenzug zu den kostensenkenden Maßnahmen müssen die Eltern allerdings damit rechnen, dass ihr Kind zwei Tage weniger im Jahr betreut wird. Die Zahl der Schließtage für Weiterbildungen der Mitarbeiter wird von zwei auf vier erhöht.
Für die Kostenbeiträge zu den Mahlzeiten wird es ab August eine eigene Satzung geben. Bisher haben die Eltern eine monatliche Pauschale von 35 Euro gezahlt. Danach wurde für jedes Kita-Kind ausgerechnet, an wie vielen Tagen es am Essen teilgenommen hat, um Beiträge zurückzuzahlen oder nachzufordern. „Wir werden jetzt eine Monatspauschale von 31 Euro berechnend“, kündigte Schulz an. Das entspreche den Kosten für 200 Versorgungstage. Geöffnet sind die Kitas aber 250 Tage im Jahr. Die Verwaltung zieht somit jährlich die Essenskosten für zehn Wochen ab, die für Urlaub und Krankheit angenommen werden. Dadurch, dass nicht mehr jede Mahlzeit statistisch erfasst werden muss, „entfällt ein enormer Verwaltungsaufwand“, argumentierte Schulz. Seit 1. August vorigen Jahres wird für den geforderten Preis übrigens auch Frühstück und Vesper gereicht, ohne dass die Eltern mehr bezahlen müssen.
In Hennigsdorfs städtischen Kitas und Horten werden derzeit 1 649 Kinder betreut. Laut Schulz gibt es nur im Krippenbereich Engpässe. „Dort kann es schon sein, dass bis August auf einen Platz gewartet werden muss“, räumte sie ein. Wer berufstätig sei, bekomme für sein Kind aber einen Platz.

Zuschuss der Stadt


■ Die Stadt Hennigsdorf hat die Kita-Betreuung 2018 mit 7,2 Millionen Euro bezuschusst. Im Jahr 2010 waren es erst 3,8 Millionen Euro gewesen.

■ Zu Buche schlagen laut Bürgermeister Thomas Günther (SPD) vor allem die Kosten für die tägliche Betreuung von mehr als sechs Stunden. Er kritisierte, dass sich die rot-rote Landesregierung daran nicht beteiligt. (rol)