Das freie Parken wird zumindest in einem Teil des Cohnschen Viertels bald ein Ende haben. Zumindest, wenn sich die Stadtverordneten dem Willen der Verwaltung anschließen.

Bewirtschaftung der Parkzone nur tagsüber

Im Fokus steht dabei das Wohnquartier zwischen Fontane- und Bergstraße sowie Forststraße und Nauener Straße. Das von der Stadt beauftragte Planungsbüro Richter-Richard empfiehlt, das Parken an allen Wochentagen zwischen 8 und 20 Uhr einzuschränken. Während jetzt dort jeder so lange stehen kann, wie er will, soll das künftig nur noch für die möglich sein, die einen Anwohnerparkausweis besitzen. Für Fahrzeuge von Handwerksbetrieben und Dienstleistungsunternehmen kann eine befristete Ausnahmegenehmigung erteilt werden. Gleiches gilt an Markttagen für die Händler. Für alle anderen wird mittels Parkscheibe das Parken auf zwei Stunden begrenzt.

Beschwerden von Anwohnern in Hennigsdorf

Vom Rathaus wird der restriktivere Umgang mit dem Parkraum damit begründet, dass sich Bewohner des Viertels darüber beschwert hätten, vor allem in den Abendstunden und an Markttagen keinen Platz für ihren Pkw zu finden.
Ob die Abgeordneten dem Vorschlag der Verwaltung folgen, wird am Mittwoch (30. September) im Hauptausschuss diskutiert, Die Entscheidung steht am 6. Oktober im Stadtparlament an.

Zwei Zählungen

Bei ihrer Entscheidung dürften die Stadtverordneten genau auf die Zahlen schauen, die das Planungsbüro bei zwei Zählungen im Januar dieses Jahres ermittelt hat. Herausgekommen ist dabei, dass der Eindruck der Anwohner nicht immer die Realität widerspiegelt. So konnte das Büro Richter-Richard an einem Markttag nur eine sehr geringe Mehrbelastung durch parkende Fahrzeuge feststellen als an einem Tag ohne Markt.

Ab 20 Uhr wird es eng

Auch tagsüber scheint es bislang keinen Parkdruck zu geben. Von den 942 allen Autofahrern zugänglichen Stellplätzen waren an beiden Zähltagen zwischen 7 und 16 Uhr nie mehr als zwei Drittel besetzt. Erst zum Feierabend hin, wenn die Anwohner nach Hause kommen, stieg die Auslastung ab 20 Uhr auf über 80 Prozent. Einige Straßenzüge, so stellten die Verkehrsplaner fest, sind ab den Abendstunden allerdings fast vollständig ausgelastet. Betroffen seien An der Wildbahn, Berg- und Falkenstraße. Unter dem Strich wird in der Studie vermerkt: „Es besteht im öffentlichen Bereich ein ausreichendes Parkangebot.“

Langzeitparker vertreiben

Dennoch sieht die Stadtverwaltung Handlungsbedarf. „Gebietsfremde Langzeitparker verdrängen und die Parkchancen für die Bewohner deutlich erhöhen“, lautet das Credo. Nach den von Richter-Richard erhobenen Zahlen belegen die Langzeitparker (Parkdauer vier bis acht Stunden) knapp ein Drittel der Stellplätze.