Eigentlich hatte sich Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) schon im Frühjahr den Produktionsstandort von Bombardier in Hennigsdorf ansehen wollen. Doch die Corona-Pandemie hatte das verhindert. Dennoch war der Besuch am Mittwoch inklusive Rundgang durch die Produktionshallen, einem kurzen Gespräch mit der Belegschaft und einer Fahrt mit dem mit Batterie angetriebenen Zug alles andere, als nur ein Höflichkeitsbesuch.

Hennigsdorf als Produktionsstandort erhalten

Es war das klare Bekenntnis von Woidke als Landesvater, sich für den Erhalt des Standortes einzusetzen, unabhängig davon, welcher Name künftig an den Eingangstoren zum Werk stehen wird. „Hennigsdorf ist uns als Produktionsstandort extrem wichtig.“ Deshalb werde die Landesregierung alles in ihrer Macht stehende tun, um dem Unternehmen und damit den Beschäftigten und der Stadt Hennigsdorf den Weg in die Zukunft zu sichern, verwies Woidke auch auf Gespräche mit dem Bürgermeister und dem Landrat.

Klimaneutralität sind Ansporn und Zukunft zugleich

An die Unternehmensführung appellierte er, sich der Zukunft vor allem global zu stellen. Denn Investitionen und Innovationen in einen Klimaneutralität seine eben diese Zukunft. „Hier in Hennigsdorf werden die dafür richtigen Produkte gebaut“, so der Landeschef.
An die Bundesregierung ging zugleich der Appell, die Wirtschaft dadurch zu unterstützen, dass Genehmigungsverfahren schneller erledigt werden, ohne dass darunter die Qualität leiden müsse. „Das hatten wie mit dem Investitionsbeschleunigungsgesetz Ost schon einmal. Das brauchen wir nun für ganz Deutschland“, so die klare Forderung von Dietmar Woidke. Damit spielte er unter anderem auf den schnelleren Ausbau der Bahn-Infrastruktur an.

Das Geld steht bereit, es muss nur abgerufen werden

Die Deutsche Bahn sei bereit, dass Geld dafür auszugeben. Nun müsse die Politik handeln, damit dieses Geld auch abgerufen werden könne.
Schon zuvor hatte Bombardier-Deutschlandchef Marco Michel das angemahnt. Vorreiter, wie das gehen könne, seien unter anderen die Schweiz und Schweden, die bewusst in die Infrastruktur investieren, auf denen dann Züge fahren, die unter anderem auch in Hennigsdorf gebaut werden.

Ministerpräsident als Lokführer

Wie schön und klimaverträglich die Zukunft aussehen kann, ließ sich Woidke dann noch bei einer Fahrt mit dem von Batterien betrieben Zug erklären. Der schafft immerhin bis zu 60 Kilometer ohne an die Stromleitung angekoppelt sein zu müssen. Eine zehnminütige Fahrt an der Stromleitung reicht zur Aufladung und schon geht es mit der Batterie weiter. Das ist was für den Klimaschutz und für Woidke ebenso. Denn als Zugführer hat er eine gute Arbeit abgeliefert. Zumindest hat niemand bemerkt, dass er gefahren ist.