Wegen gefährlicher Körperverletzung musste sich ein Hennigsdorfer am Mittwoch vor dem Oranienburger Amtsgericht verantworten. Was aber an jenem 12. November 2017 am späten Abend vor der Disco in der Storchengalerie passiert ist, konnte nicht genau geklärt werden. Viel Alkohol hat den beiden Kontrahenten - dem Angeklagten B. sowie einer Hennigsdorferin, die am Mittwoch auch als Zeugin auftrat, – offenbar das Bewusstsein vernebelt.

Beschimpfung „wie aus dem Nichts“

„Wie aus dem Nichts“ habe sich die Frau, vor der Disco vor ihm aufgebaut und ihn beschimpft, erklärte B. Sie sei es gewesen, die versucht habe, auf ihn einzuschlagen, er habe nur versucht, „körperlich unversehrt“ zu bleiben. „Sie war total betrunken und hat ein Riesenaffentheater veranstaltet“, so seine Beschreibung. „Irgendwann habe ich sie irgendwie beiseite gestoßen“, sagt der 41-Jährige aus. Wer schließlich wie in das Geschehen eingegriffen habe, weiß er nicht.

Fotos zeigen die Verletzungen

Durch den Stoß verlor die 46-jährige Frau vermutlich das Gleichgewicht, schlug mit dem Hinterkopf auf einen Fahrradständer und mit dem Ellenbogen auf den Boden. Jedenfalls rief an dem Abend jemand die Polizei und den Krankenwagen, mit dem sie dann aber nicht mitfuhr, sondern zwei Tage später selbst zum Arzt ging. Verletzt wurde sie, wie die Fotos von Abschürfungen zeigten, auch die 1,88 Promille, die sie in der Atemluft hatte, sind dokumentiert.

In der Disco feindselig betrachtet

Sie habe mit dem Mann, der sie vorher in der Disco schon feindselig angesehen und später ausländerfeindlich beschimpft habe, reden wollen, sagt die Frau aus. „Ich wollte ihn fragen, ob er mich denn nicht erkennt, weil wir doch in derselben Schule waren“, erklärte sie, warum sie den Angeklagten überhaupt ansprach. Allerdings sei das eine Verwechslung gewesen. B. habe sie zweimal geschlagen.

Keiner ließ es einfach auf sich beruhen

Offenbar war keiner der beiden in der Lage, die Situation auf sich beruhen zu lassen oder den Ort zu verlassen, bevor die Lage eskalierte.
Aber auch die Schilderungen der Geschädigten vor Gericht stimmen mit ihrer Aussage von vor drei Jahren nicht schlüssig überein. Faustschläge sähen anders aus, zweifelte auch die Staatsanwältin.
Nach kurzer Beratungspause sind sich die Staatsanwältin, B.s Rechtanwalt und die Richterin einig. Unter der Auflage, dass B. bis Ende Oktober 500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen muss, stellt Richterin Morgenstern das Verfahren vorläufig ein. B. akzeptierte.