Das millionenschwere Unterfangen, die Freifläche am Hennigsdorfer Hochaus-Trio neu zu gestalten, erhitzt weiter die Gemüter der Abgeordneten. Im Hauptausschuss gab es am Mittwoch derart viel Kritik und zahlreiche Nachfragen, dass Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) die Notbremse zog. Er ließ die Abstimmung zu dem Beschluss einfach ausfallen und verwies auf die Parlamentssitzung am 11. Dezember.
Zumindest Lutz-Peter Schönrock (Unabhängige) dürfte mit dieser Entscheidung zufrieden sein. Hatte er doch zuvor moniert: "Es ist etwas verwirrend, dass wir heute darüber befinden sollen, die Informationsveranstaltung zum Projekt aber erst am 3. Dezember stattfindet." An jenem Abend können sich alle Hennigsdorfer, vor allem aber die Bewohner der drei Hochhäuser, ab 18 Uhr im Ratssaal des Rathauses über die Umgestaltungspläne informieren. Inwieweit die Betroffenen eigene Vorschläge einbringen können, blieb am Mittwoch offen.
Während Bürgerbündnis und Grüne weiter an ihrer Generalkritik festhalten, dass der Park zu groß ausgelegt sei und eine spätere Bebauung entlang der Fontanestraße konterkariere, ging die Kritik der Linken und der Unabhängigen eher ins Detail. Ursel Degner (Linke) stört sich zum Beispiel daran, dass die Häuser von der Stauffenbergstraße nur per Treppe zu erreichen sind. Sie fordert eine generelle Barrierefreiheit. Darüber hinaus kann sie nicht nachvollziehen, weshalb die Wege unterschiedlich gepflastert werden sollen. Mit Kopfschütteln reagierte sie auf das Argument von Stadtplaner Daniel Stenger: "Unterschiedliche Funktionen und Wertigkeiten der Wege sind auch im Material darzustellen." Degner konterte, dass es den Spaziergängern egal sei, "ob sie sich auf einem Angebots-, Erschließungs- oder Hauptweg befinden". Sie fordert Wege ohne hinderliche Fugen, die "auch alte Menschen mit Rollatoren und an Arthrose leidende Hennigsdorfer schmerzfrei benutzen können".
Dass ein 1,9 Millionen Euro teurer Park einer intensiven Pflege bedarf, vermutet Lutz-Peter Schönrock. Schließlich hatten die Planer zuvor bereits mit einer "anspruchsvollen gärtnerischen Gestaltung" inklusive Staudenbeeten und vielen Sträuchern gesprochen. Doch Dirk Asmus aus dem Fachbereich Öffentliche Flächen behauptete: "Die Pflegekosten werden sich gegenüber den jetzigen kaum ändern." Eine Kostenschätzung lieferte er allerdings nicht.
Lob kam hingegen von Detlef Krebs (SPD): "Wir brauchen dieser Parkoase in Hennisgdorf."