Unerwartete Probleme
Er hatte von seiner demenzkranken Oma erzählt und seiner Idee einer "Nestelschürze". An so eine Schürze sollten Dinge wie ein Ball, kleine Kuscheltiere, Reißverschlüsse und viele Taschen genäht werden, um die Hände der an Demenz Erkrankten zu beschäftigen, ohne dass die Dinge wegrollen. Johann hatte bei seiner Oma beobachtet, dass sie gern Dinge in den Händen hatte. "20 Schürzen wurden von der Mutter einer Freundin, sie ist Näherin, tatsächlich auch hergestellt", sagt Johanns Mutter Barbara Eger. "Johann hat einen Teil seines Gewinns dafür ausgegeben." Doch dann stießen sie auf unerwartete Probleme. Altenheime und Demenzstationen, denen die Schürzen vorgestellt wurden, fanden die Idee zwar ganz nett, lehnten aber dankend ab. "Sie hielten die Schürzen für diskriminierend", sagt Barbara Eger. Mit einer solchen Schürze sei auf den ersten Blick zu erkennen, was mit der Person nicht stimme. Auch innerhalb von Einrichtungen werde ein derart sichtbares äußeres Anzeichen wegen seiner Stigmatisierung abgelehnt.
Johann hat ein neues Hobby
Am Ende habe sie 15 Schürzen über Facebook an Demenzgruppen für die Portogebühren abgegeben. "Fünf haben wir noch", sagt Barbara Eger.  Der heute 13-Jährige sei aber nicht enttäuscht, dass seine Idee sich nicht durchsetzen konnte. Er hat gerade ein neues Hobby für sich entdeckt: das Kochen.