"Ich bin tierisch ins Schwitzen gekommen", bekennt Günther nach dem einstündigen Training. "Da kriegt man echt Respekt vor den Jungs", sagt er anerkennend. "Wie viel Druck und Kraft beim Gedränge entsteht", staunt Günther, der auf dem Spielfeld mal ganz locker "hey, Thomas" gerufen, hin und wieder aber auch mit "Los, ran da, Herr Bürgermeister" zum Angriff motiviert wird. Mit Rugby-Trikot, kurzer Hose und ambitionierter Spielweise ist er für den Laien kaum von den anderen Sportlern zu unterscheiden. Am Training nehmen nicht nur die "Old Boys" – das sind die Ü40-Spieler – teil, sondern auch einige Mitglieder des Veltener Rugbyclubs. Zum Aufwärmen werden Pässe geübt und Tackle Bags, mannshohe Schaumstoff-Körper, umgerannt. Unterstützung auf dem Feld bekommt  Günther vom SVV-Vorsitzenden Frank Schönfeld (SPD). Beide kennen Rugby nur vom Zuschauen. Viel Zeit für Sport bleibt ihnen nach Job und Ehrenamt nicht. "Ich gehe alle paar Wochen oder Monate mal aufs Laufband", erzählt Thomas Günther, der gerne American Football im Fernsehen anschaut. "Ich mache auch nicht regelmäßig Sport", bekennt Frank Schönfeld, der jedoch nach eigener Aussage beim Rugby nicht besonders ins Schwitzen gekommen ist. "Ich hab es mir schlimmer vorgestellt. Außer Atem bin ich jetzt nicht."