Es dürfte ein langer Trauerzug werden, wenn Günter Rennhack auf dem Waldfriedhof von Hennigsdorf zur letzten Ruhe begleitet wird. Der Ur-Hennigsdorfer, der am 24. August für immer die Augen schloss, hat sich in seiner Heimatstadt nicht nur als CDU-Politiker einen Namen gemacht.
Wem Günter Rennhack begegnete, für den hatte er immer ein Lächeln parat, dazu einen herzlichen Händedruck. Diese Offenheit pflegte er als Mitglied der CDU auch in der politischen Auseinandersetzung. Schon in der DDR kommunalpolitisch aktiv und seit 1970 Mitglied des unfreien Stadtparlaments, wäre er nach der ersten freien Kommunalwahl vom 6. Mai 1990 fast sogar Bürgermeister von Hennigsdorf geworden.

Fast wäre Günter Rennhack Bürgermeister geworden

Da die damalige SED-PDS für den CDU-Mann – zu jener Zeit wurden Bürgermeister noch vom Stadtparlament gewählt – stimmte, kam es nach drei Wahlgängen zum Patt: Andreas Schulz (SPD) und Rennhack hatten gleich viele Stimmen. Es entschied das Los – zum Nachteil des CDU-Kandidaten. Sein Trost: Bei der Wahl zum Stadtparlament war er mit 2800 Stimmen der erfolgreichste Kandidat gewesen.
Der weiteren Zusammenarbeit mit dem frisch gebackenen SPD-Bürgermeister tat das keinen Abbruch. In Zeiten der großen Hennigsdorfer Koalition wurde Rennhack Schulzes rechte Hand – als stellvertretender Bürgermeister und Erster Beigeordneter. In einem Nachruf des Rathauses heißt es, dass ihn einstige Kollegen und Kolleginnen als „die Seele des Rathauses“ bezeichneten.
Politische Freunde trotz unterschiedlicher Parteibücher: Diese Aufnahme aus dem Jahr 2011 zeigt Günter Rennhack (CDU) und den damaligen Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) bei einer Buchpremiere, in der Lebensgeschichten von Hennigsdorferinnen und Hennigsdorfern vereint sind.
Politische Freunde trotz unterschiedlicher Parteibücher: Diese Aufnahme aus dem Jahr 2011 zeigt Günter Rennhack (CDU) und den damaligen Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) bei einer Buchpremiere, in der Lebensgeschichten von Hennigsdorferinnen und Hennigsdorfern vereint sind.
© Foto: Stadtverwaltung Hennigsdorf
Andreas Schulz habe, so heißt es in dem Rathaus-Schreiben, gute Erinnerungen an seinen ehemaligen Stellvertreter: „Günter hatte Erfahrung, er war ja schon Stadtverordneter und hatte in Leitungspositionen, unter anderem im Rationalisierungsbetrieb Velten, gearbeitet. Ich war der Frische und Junge. Gemeinsam haben wir die Stadtverwaltung aufgebaut und für Hennigsdorf geplant und gearbeitet. Es ging um Straßen, um Infrastruktur, den Erhalt der Wohnungen.“ Immer habe sich Rennhack für „die Sache“ eingesetzt, das Parteibuch war zweitrangig. In der damals schwierigen Nachwendezeit „haben wir den Laden gemeinsam zusammengehalten“, erinnert sich Schulz an jene zwölf Jahre. Von 2003 bis 2014 engagierte sich Günter Rennhack als CDU-Stadtverordneter, bis 2016 im Seniorenbeirat. Rennhack war auch Mitglied des Kreistages Oberhavel
Günter Rennhack, am 4. Januar 1937 geboren, lernte in den LEW (heute Alstom) Werkzeugmacher und studierte später an der hiesigen Ingenieurschule Maschinenbau. Sein Leben lang begeisterte er sich für die Fotografie und spielte leidenschaftlich Tennis. Besonders am Herzen lag ihm auch die nach der Wende geschlossene Städtepartnerschaft zu Alsdorf.
Günter Rennhack wird auch für Bürgermeister Thomas Günther (SPD) lebendig in Erinnerung bleiben: „Er war eng mit der Stadt verbunden und wusste als alter Hase der Kommunalpolitik einfach ungemein viel über unsere Stadt. Wie sich letztlich alles entwickelt hat und dass er einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet hatte, das machte ihn auch stolz.“