Der vom Rathaus favorisierte Radturm der Firma Wöhr, in dem auf sechs Etagen für 122 Fahrräder Platz ist, kostet knapp 550 000 Euro. Pro Stellplatz wäre das eine Investition von 4 500 Euro. Zum Vergleich: Im konventionellen Oranienburger Parkhaus finden 1 065 Räder Platz. Bei investierten 1,75 Millionen Euro (inklusive WC) kostete der Bau je Stellplatz 1 596 Euro. Das Oranienburger Radhaus ist frei zugänglich und kostenfrei. Ein Stellplatz im Hennigsdorfer Turm soll pro Monat zwölf, je Tag zwei Euro kosten. Für die Stadt ist das eine Einnahmequelle. Bei einer 70-prozentigen Auslastung stehen pro Jahr 23 300 Euro Einnahmen Betriebskosten von 4 807 Euro gegenüber.
"Das automatisierte System ist diebstahlgesichert und kann nur per Zugangscode bedient werden", erläuterte Stenger. Als Vorteile sieht er zudem, dass "relativ viele Räder auf kleinen Raum passen". Zudem gebe es keine Angsträume, die ein Radparkhaus "mit seinen Ecken und Winkeln hat", fügte er hinzu. Auch hätte man es nicht, wie in Oranienburg, mit "großen Problemen hinsichtlich Vandalismus und Sauberkeit" zu tun. Dem widerspricht Oranienburgs Rathaussprecherin Stefanie Steinicke-Kreutzer: "Es gibt kein ernsthaftes Vandalismus-Problem." Sie räumt aber ein, dass die Diebstahlquote "relativ hoch ist".
Im Hennigsdorfer Turm würde das automatische Einparken zehn Sekunden pro Rad dauern. Nach den jetzigen Vorstellungen würde es für den Fall technischer Defekte nur einen Reparaturservice bis 18 Uhr geben, auf den zudem bis zu zwei Stunden gewartet werden müsste.
Der Radturm wird nur gebaut, wenn die Stadt mindestens 70 Prozent Fördermittel vom Bund erhält. Den Beschluss dazu fasst das Stadtparlament am 11. Dezember.