Wenn Veltens Stadtverordnete am Donnerstag (3.September) über das Mobilitätskonzept des Kreises diskutieren, wird auch Veltens bis heute fehlender S-Bahn-Anschluss wieder aufs Trapez gehoben. Im Februar hatte eine Mehrheit aus Pro Velten, CDU, AfD und NPD beschlossen, dass der seit der Wiedervereinigung verfolgte Wiederanschluss Veltens ans Berliner S-Bahn-Netz nicht mehr prioritär verfolgt werden soll.

Bustakte verkürzen

Im damaligen Antrag heißt es: „Die Stadtverordnetenversammlung erklärt die grundsätzliche Forderung der Stadt Velten nach einer direkten Bahnverbindung bis Berlin-Gesundbrunnen. Diese Anbindung muss nicht über eine Verlängerung der S-Bahn nach Velten erfolgen.“ Als Alternative wird der Prignitz-Express vorgeschlagen.
Die Linke fordert jetzt, diesen Beschluss wieder aufzuheben. Fraktionsvorsitzender Alexander Moser-Haas hat diesen Punkt zusätzlich in einen Forderungskatalog seiner Fraktion aufgenommen, mit dem im Rahmen des geplanten Mobilitätskonzepts des Kreises Veltens Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr verbessert werden soll. Unter anderem sollen die Takte von Buslinien wie die zwischen Hennigsdorf und Oranienburg verstärkt und zeitlich ausgeweitet werden.

Anschluss an Gesundbrunnen

Für die Forderung, den S-Bahn-Anschluss wieder zu priorisieren, hat er viele Argumente. Genauer gesagt, handelt es sich um 2089 Argumente. So viele Menschen aus der Region – vornehmlich aus Velten, Oberkrämer, Kremmen und Neuruppin – haben die von ihm initiierte Online-Petition unterstützt. Diese beinhaltet drei Kernforderungen: Taktverdichtung des Prignitz-Expresses, dessen direkte Anbindung an den Berliner Bahnhof Gesundbrunnen sowie die Verlängerung der S-Bahn nach Velten.

Runder Tisch gefordert

Außerdem setzen sich die Petenten dafür ein, dass Vertreter vom Land, vom Verkehrsverbund VBB und von der Deutschen Bahn an einem „Runden Tisch für mehr Pünktlichkeit“ Platz nehmen. Damit sollen Verspätungen auf den Bahnlinien Kremmen-Hennigsdorf und Neuruppin-Hennigsdorf minimiert und der Anschluss zur S-Bahn verbessert werden.
Die Unterschriften wird Moser-Haas am heutigen Donnerstag mit Unterstützung weiterer Bürgermeister und Kommunalpolitiker an Rainer Genilke, Staatssekretär im Verkehrsministerium, übergeben.