Das wiederum konnte man dem Bürgermeister nicht verdenken. Er wäre Gefahr gelaufen, sich auf einem Parkett zu bewegen, auf dem man seiner Schlüpfrigkeit wegen schnell ausrutschen kann. Und er hatte ja auch recht: Hätte der FDP-Mann die Satzung genau gelesen, wäre er in der alten Satzung auf folgende Erklärung gestoßen: „Schönheitstänze (z.B. Striptease, Peepshows, Tabledance) und Darbietungen ähnlicher Art“.
Dass diese Art Sex-Steuer wegfallen soll, hat nichts damit zu tun, dass Hennigsdorf zur freizügigen Rotlicht-Szene werden soll. Vielmehr liegt das daran, dass dieser Punkt der Satzung bislang für so gut wie keine Einnahmen gesorgt hat. Ähnliches gilt für Tanzveranstaltungen, für die bislang auch Vergnügungssteuer abzuführen sind. Abgerechnet wurde bislang nach verkauften Eintrittskarten. „Das hat im Durchschnitt pro Jahr 2 790 Euro erbracht“, berichtete der Bürgermeister. Das sind weniger als fünf Prozent des Gesamtaufkommens. „Das Aufwand-Nutzen-Verhältnis ist nicht gewahrt“, heißt es im Beschlusstext.
Besteuert werden künftig vor allem Spielautomaten. Bei solchen mit Gewinnmöglichkeit werden, sofern sie in Spielhallen stehen, zehn Prozent des Einspielergebnisses fällig, bei denen ohne Geldausschüttung pauschal 30 Euro. Spielautomaten an anderen Orten werden mit acht Prozent beziehungsweise 14 Euro besteuert.